Kriminalhauptkommissar Sörensen in Sörensen hat Angst von Hamburg in das entlegene nordfriesische Katenbüll geschickt - auf dessen ausdrücklichen Wunsch, weil der Polizist hoffte, dort seine Angststörung in den Griff zu bekommen.
Elf Jahre und fünf Bände später ist Sörensen in Sörensen geht aufs Haus immer noch an Ort und Stelle. Gegen seine Angststörung kämpft er weiterhin an, aber er gehört nun gewissermaßen zum Inventar des kleinen Ortes, der an jeder Ecke norddeutsches Flair atmet. Inklusive des beständigen Regenwetters.
Sörensens gleichförmiges und nur von kuriosen Mordermittlungen unterbrochenes Leben nimmt in Strickers neuestem Roman einige unerwartete Wendungen, auf die die Hauptfigur sicher gern verzichtet hätte. Es geht um die Liebe und Sörensens verkorksten Umgang damit, um den Wert und die Beständigkeit von Freundschaft und die Erkenntnis, dass man auch denen, die man in- und auswendig zu kennen glaubt, nur bis vor die Stirn gucken kann.
Sven Stricker öffnet hin und wieder eine Tür, durch die man in Sörensens Vergangenheit blickt. Das, was man da über seine Kindheit und Jugend erfährt, taugt dazu, seine psychischen Probleme zu verstehen. Umso bemerkenswerter ist es, dass er seinen an Krebs erkrankten Vater, von dem er sich völlig entfremdet hatte, nun in sein Häuschen am Deich aufnimmt und so gut es geht versucht, die Pflege des alten Mannes und die Polizeiarbeit unter einen Hut zu bekommen.
Ach ja, ermittelt wird natürlich auch. Vor zwei Jahren ist die Schülerin Mia nach einer Party nicht nach Hause gekommen. Zeugenaufrufe und Suchaktionen verliefen erfolglos. Die Ungewissheit über das Schicksal ihrer Tochter hat die Ehe von Mias Eltern scheitern lassen. Doch dann wird ein Fund menschlicher Knochen in Katenbüll gemeldet - ausgerechnet im Garten von Sörensens Schulfreund, der mit seinem Bruder an einer App arbeitet, die die Welt retten soll. Stammen die Knochen von Mia oder steckt etwas ganz anderes dahinter?
Seitdem sich Sörensen in Katenbüll aufhält, reißen die mysteriösen Todesfälle dort nicht ab. Schon kurz nach dem Knochenfund wird eben jener Bruder seines früheren Freundes von einem Zug überrollt. War es ein Unfall oder hat jemand nachgeholfen? Gibt es vielleicht sogar einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen? Sörensen wird es mit seinen besonderen Methoden, die entfernt an die des legendären Kommissars Columbo aus der gleichnamigen TV-Serie erinnern, herausfinden.
Lesen?
Das Hörbuch wird wie seine Vorgänger vom Autor gelesen. Dazu kann man nur sagen: Besser wird's nicht. Sven Stricker gibt jeder Figur eine eigene Stimme und intoniert die wörtliche Rede so, dass man insbesondere Bjarne Mädel, der in den bisherigen beiden Sörensen-Filmen den Polizisten verkörpert, direkt vor sich sieht. Wie schon in den ersten fünf Büchern geistert auch durch Sörensen geht aufs Haus die Frage: Wie heißt der Ermittler eigentlich mit Vornamen?
Das Hörbuch Sörensen geht aufs Haus ist 2026 bei Audio-To-Go erschienen und kostet als Download 18,29 €. Wer den Krimi lieber lesen möchte: Das Taschenbuch und das E-Book wurden im Rowohlt Verlag veröffentlicht.
