Dienstag, 27. Januar 2026

# 497 - Das kann KI

Künstliche Intelligenz (KI) durchzieht immer stärker
unseren Alltag und ist aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Nicht alles ist KI, was sich so nennt, aber klar ist: KI ist ein Teil unserer Zukunft.

Andreas Erle hat bereits zahlreiche Bücher und Artikel rund um die Themen mobiles Internet oder Windows veröffentlicht. In seinem neuesten Buch Das kann KI erklärt er, wo die Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz liegen. Erle erklärt, wofür sich KI besonders eignet und wo Menschen entlastet werden können. Man erfährt, welches Programm als eines der ersten KI-Anwendungen gilt und wann dieses konzipiert wurde: Eliza, eine Gespräche mit einem Psychotherapeuten simulierende Anwendung, entstand 1966. Die Gedankenspiele um Künstliche Intelligenz sind also nicht neu, sondern beschäftigen Wissenschaftler schon seit sechzig Jahren. Eliza war allerdings so unausgereift, dass es den sog. Turing-Test nicht bestand. Dieser Test gilt als bestanden, wenn Anwender nicht erkennen können, ob sie mit einem Menschen oder einer Maschine kommunizieren. 
Da hat sich in der Zwischenzeit einiges getan: 2024 bestand ChatGPT 4 den Turing-Test.

Muss uns diese Entwicklung Angst machen? Das kommt darauf an. Die Diskussionen nehmen eine große Bandbreite ein: KI kann Arbeitsplätze vernichten, aber auch von sich wiederholenden Tätigkeiten entlasten und Zeit für höherwertigere Arbeiten geben. Der Einsatz von KI bedeutet insbesondere dann, wenn es um die Verarbeitung von sehr großen Datenmengen geht, jedoch einen Kontrollverlust: Nutzer müssen die Ergebnisse erst einmal hinnehmen, weil sie nur schwer nachvollziehbar sind. 
Kreativität gehört allerdings nicht zu den Stärken der Chatbots, was man zunächst im Hinblick auf die zahllosen Memes kaum glauben mag. Aber diese sind nichts weiter als eine Veränderung von bereits existierenden Inhalten. Die fehlende Kreativität ist allerdings nicht der einzige Mangel, wie Erle anschaulich erläutert.

Andreas Erle hat einen "Fahrplan" für die sinnvolle und erfolgreiche Nutzung von ChatGPT und seine "Brüder" erstellt und erklärt, welche Chatbots sich für bestimmte Zwecke besonders eignen. Wie bei Menschen erhält man auch bei ihnen auf Fragen keine einheitlichen Antworten: Chatbots werden auf unterschiedliche Weise trainiert und verfügen über verschiedene Wissensstände. Andreas Erle rät davon ab, die Auskünfte ungeprüft zu übernehmen: "Müssen Sie sich auf die Ergebnisse verlassen, sollten Sie sie in jedem Fall kontrollieren. Nichts ist peinlicher, als im blinden Vertrauen auf einen Chatbot etwas zu behaupten und dann von einem echten Menschen eines Besseren belehrt zu werden."

Im letzten Abschnitt wendet sich Andreas Erle grundsätzlichen Fragen zu: Wie wirkt sich die (häufige) Verwendung von Chatbots auf unsere intellektuellen und schöpferischen Fähigkeiten aus? Welche Rolle spielen der Datenschutz und das Urheberrecht? Inwieweit haften KI-Anbieter für falsche Auskünfte ihrer Chatbots? Welche Auswirkungen haben KI-Anwendungen auf die Umwelt? 

Lesen?

Andreas Erle richtet sich mit seinem Buch sowohl an KI-Laien als auch Leserinnen und Leser, die einige Grundkenntnisse haben und diese vertiefen möchten. Er hat seine Ausführungen um zahlreiche Illustrationen ergänzt, die gut zum Verständnis beitragen. Seine Empfehlung am Schluss des Buches: "Nehmen Sie die KI als Chance. Probieren Sie aus, wo diese Sie unterstützen kann. Unterstützen heißt, dass Ihnen die KI im Regelfall Teilergebnisse liefert, statt komplette Aufgaben zu übernehmen, und dass Sie die KI-Erzeugnisse immer kontrollieren. Die KI kann Ihnen zwar viel Arbeit abnehmen, aber nicht die Verantwortung."

Das kann KI ist 2026 bei der Stiftung Warentest erschienen und kostet als Softcover-Ausgabe 19,90 Euro sowie als E-Book 16,99 Euro.