Dienstag, 20. Februar 2018

# 136 - So geht's zu in der EU

Deutscher Buchpreis für den Blick in das Innerste der EU

 

Robert Menasse wirft in seinem Roman Die Hauptstadt einen vielschichtigen Blick hinter die Kulissen der EU-Bürokratie. Wer bis jetzt noch glaubte, dass das bürokratische Handeln immer dem Wunsch nach einer gestärkten gemeinsamen Identität der Mitgliedsländer folgt, wird hier lesen, dass das nicht unbedingt so ist. 

Ein runder Geburtstag muss würdig gefeiert werden

 

Da sind sich bestimmt fast alle einig. Für die zypriotische EU-Beamtin Fenia Xenopoulou ist die EU-Verwaltung vor allem eines: die ideale Möglichkeit, es mit Fleiß und Kompetenz auf der Karriereleiter immer weiter nach oben zu schaffen. Sie hat eine erstklassige Ausbildung, sie ist zielstrebig, doch nun ist sie ausgerechnet in der Generaldirektion Kultur gelandet. Ihre neue Position als Leiterin der Kommunikation kann über die Bedeutung dieses Bereichs nicht hinwegtäuschen: unwichtiger ist keine andere der EU-Generaldirektionen. Doch als sie den Auftrag bekommt, sich etwas zu überlegen, das das in der Öffentlichkeit ramponierte Image der EU aufpoliert, greift sie die Idee ihres Mitarbeiters Dr. Martin Susman auf: Der 60. Geburtstag der EU-Kommission steht bevor, und da es sich um eine sinnstiftende Idee handeln soll, die die Bürger aller Mitgliedsstaaten anspricht, schlägt Susman eine Aktion vor, die in Zusammenhang mit der Überwindung des Holocausts steht. Dabei soll die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz im Mittelpunkt stehen: Hinter dem Wunsch, das Martyrium zu überleben, traten damals alle Unterschiede, die es zwischen den Inhaftierten gab, zurück. Herkunft und Religion spielten dort keine Rolle mehr. Auf der Grundlage dieser Erfahrung und der allgemein akzeptierten Einsicht, dass sich das, was in Auschwitz und allen anderen Konzentrationslagern geschehen ist, nicht wiederholen darf, wurde eine Einigung Europas erst möglich. Im Kern geht es also um die Überwindung eines Nationalgefühls zugunsten des Bewusstseins, dass die Bürger der Mitgliedsstaaten sich in erster Linie als Europäer sehen sollen. 
Die Planung kommt ins Rollen, doch der Fortgang in einem so großen Koloss wie der EU-Administration ist ein anderer, als es sich Xenopoulou und Susman vorgestellt haben. Der Vorschlag entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Desaster.

Ein mysteriöser Mord, ein KZ-Überlebender und ein aus der Zeit gefallener Professor

 

Etwa zeitgleich mit dem Beginn der Überlegungen zum Kommissionsjubiläum wird im Brüsseler Hotel Atlas ein ausländischer Gast ermordet. Kommissar Brunfaut nimmt die Ermittlungen auf, wird aber kurz darauf vom Staatsanwalt abrupt ausgebremst: Er weist ihn an, den Fall ruhen zu lassen und schickt ihn in einen mehrwöchigen Urlaub. Das ist auch für Brüsseler Verhältnisse ungewöhnlich. Brunfaut stellt nach seiner Rückkehr fest, dass alle Informationen, die er zu diesem Fall gespeichert hatte, gelöscht wurden. Auch in den Zeitungen steht kein  Wort hierüber. Es ist, als hätte es den Toten nie gegeben. Doch die Neugier treibt ihn an, mithilfe seines besten Freundes heimlich weiter zu ermitteln. Was dann passiert, lässt sein Misstrauen, das er berufsmäßig gegen viele Menschen hat, nun auch gegen den besten Freund gedeihen.

Zum Zeitpunkt des Mordes wohnt auch der emeritierte Professor Alois Erhart im Hotel Atlas. Er ist nach Brüssel gereist, um sich an einem Think-Tank der EU-Kommission zu beteiligen, der sich mit der Zukunft Europas befasst. Er merkt schnell, dass es den anderen Mitgliedern nicht in erster Linie um die gemeinsame europäische Idee, sondern um sich selbst geht. Ihre Denkmuster verlaufen in eingefahrenen Bahnen, sodass Erhart einen Vortrag hält, der die Teilnehmer zum Umdenken bewegen soll, ihn aber gleichzeitig aus ihrer Mitte katapultiert.

Aus dem Haus gegenüber dem Hotel beobachtet David de Vriend, dass die Polizei vor dem Hotel Atlas vorfährt. Es ist der letzte Moment, den er nach sechzig Jahren in seiner Wohnung verbringt. Die Räume sind bereits leer, jetzt steht der Umzug in ein Altenheim an. De Vriend ist ein ehemaliger belgischer Widerstandskämpfer, der im letzten Moment aus einem Deportationszug springen konnte, der seine gesamte Familie in den Tod fuhr. Er hat eine spätere Haft in Auschwitz überlebt und versuchte sein Leben lang, das Erlebte zu vergessen. David de Vriend ahnt nicht, dass die Generaldirektion Kultur auf der Suche nach Auschwitz-Überlebenden ist und ihm nach und nach auf die Spur kommt.

Und dann ist da noch das Schwein. Es ist plötzlich da, wird in verschiedenen Stadtteilen Brüssels gesehen und bewegt die Lokalpresse. Das Tier soll aber nicht der Running Gag sein, der sich durch das ganze Buch zieht, sondern steht für ein Gut, das quasi quer durch die ganze EU verwaltet wird: Von seiner Geburt bis zur Schlachtung und dem Verzehr ist immer eine andere EU-Verwaltungseinheit für es zuständig. Nicht zuletzt steht das Schwein als Metapher für etliche schweinische Zustände, vom "Glücksschwein" bis zu "saudumm".


Lesen?

 

In Die Hauptstadt beschreibt Robert Menasse die EU mit einem Spektrum von kritisch bis amüsiert. Letztlich arbeiten auch dort nur Menschen mit individuellen Hoffnungen, Wünschen und Bedürfnissen und es wird wie überall nur mit Wasser gekocht. In seinem Buch wird jedoch auch deutlich, dass es mit dem hehren Ziel, dass sich die Europäer irgendwann von ihrem Leuchtturmdenken lösen und ihre Zukunft europäisch ausrichten werden, noch nicht so weit her ist. Das erleben wir gerade aktueller, als es uns lieb ist: So manchem EU-Staatschef ist das Hemd näher als der Rock. Warum? Darüber kann nur spekuliert werden.

Die Hauptstadt ist im Suhrkamp Verlag erschienen und kostet als gebundene Ausgabe 24,-- Euro, als epub- oder Kindle-Edition 20,99 Euro sowie als Hörbuch (MP3-CD) 13,99 Euro. Ich bedanke mich beim Suhrkamp Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat. Mehr Informationen und Meinungen über das Buch gibt es unter Suhrkamp Verlag.
 

Montag, 19. Februar 2018

Buchkäufe ohne Amazon

Neues Affiliate-Programm kommt stationärem Buchhandel zugute

 

Wer sich durch die vielen Buchblogs liest weiß, dass zahlreiche Blogger am Ende ihrer Rezension direkt zu Amazon verlinken. Die Vorbehalte, die Amazon entgegengebracht werden, sind bekannt: Das Unternehmen drückt sich vor dem Zahlen von Steuern, beutet seine Mitarbeiter aus und nutzt in der Hauptumsatzzeit vor Weihnachten die Arbeit von tausenden schlecht bezahlten Saisonarbeitern dazu, die Löhne der ersten Wochen vom Staat bezahlen zu lassen. "Trainingsmaßahme" heißt so etwas dann im Volksmund und hat eigentlich das Ziel, Arbeitslose an eine reguläre Berufstätigkeit heranzuführen und ihnen so eine berufliche Eingliederung zu ermöglichen. Amazons Saisonarbeiter sehen nach sechs Wochen allerdings die Tür von draußen.
Alles in allem kann man dieses Gebaren durchaus so bewerten, dass sich Amazon Marktvorteile gegenüber seinen Mitbewerbern verschafft, die wir Steuerzahler ungewollt finanzieren und die über kurz oder lang den Einzelhandel platt machen. In den USA gibt es längst ganze Landstriche, in denen es weit und breit keinen Buchladen mehr gibt. 
Die Hinwendung zu Amazon bedeutet für Kunden: keine persönliche Ansprache mehr, kein Service wie z. B. eine Beratung oder das Einpacken eines Buches als Geschenk - dies wird in den meisten Buchhandlungen gratis gemacht, bei Amazon kostet es für ein Buch derzeit 2,99 Euro. Die Liste lässt sich fortsetzen, aber ich glaube, es ist deutlich geworden, dass ich einen Bogen um Amazon mache und meine Bücher im stationären Buchhandel kaufe. Das ist seit Kurzem noch komfortabler geworden.

Mit LChoice geht es direkt zum Buchhändler

 

Unter www.lchoice.de lassen sich insbesondere Bücher bequem per Internet beim Lieblingsbuchhändler kaufen - per App, über die Homepage oder mittels der Werbemittel der Verlage. Dem Kunden soll es dabei so einfach wie möglich gemacht werden. Den angeschlossenen Händlern wird mit LChoice eine Plattform geboten, die sich ansonsten nur sehr große Firmen leisten können. Die Registrierung ist für Buchhändler und Blogger kostenfrei. Buchhändler zahlen 3 % des Umsatzes für die Auftragsabwicklung; werden keine Umsätze getätigt, entstehen also auch keine Kosten. Sofern Blogger ausschließlich LChoice als Affiliate-Programm nutzen, erhalten sie bei jedem über ihren Blog getätigten Kauf  10 % vom Umsatz, ansonsten immerhin 8 %. Bislang sind nach Angaben des Anbieters 500 stationäre Buchhändler aus Deutschland und Österreich sowie 25 Verlage gelistet, darunter Diogenes und Langenscheidt. Auch 50 Blogger machen bereits mit.  Die Anmeldung für Buchhändler und Blogger ist unter https://portal.lchoice.de/ möglich.
LChoice hat sein Angebot 2013 ausschließlich mit Büchern gestartet und bietet seit 2017 auch Produkte anderer Branchen an. Es ist zu hoffen, dass diese Plattform erfolgreich bestehen kann.

Samstag, 10. Februar 2018

# 135 - Werden wir fremdgesteuert?

Neun Monate, in denen Deutschland kollabiert

 

In seinem Roman Mutwille schildert Kai Lüdders, wie ein demokratisches Land in kurzer Zeit in den gesellschaftlichen und politischen Abgrund geführt werden kann. 

Lobbyismus als schicksalhafte Kraft 



Paul Schneider arbeitet als Lobbyist für das Gesundheitsunternehmen Unity Medical Care (UMC) und wurde von dessen Chef Norman Bruckheimer persönlich eingestellt. Paul ist ehrgeizig und hat kein Verständnis für Menschen, die sich nicht fit halten, sondern ihre Gesundheit mit ihrem Lebensstil ruinieren. Für seinen Arbeitgeber verfolgt er das Ziel, die Deutschen zu einem gesundheitsbewussten Volk zu erziehen. 
Bruckheimer ist von der skrupellosen Sorte und treibt Paul zu immer neuen Aktionen an. Drei Wochen vor der Bundestagswahl nimmt Paul mit Peters, dem Vorsitzenden der noch jungen "Partei für Gesundheit und Ordnung" (PGO), Kontakt auf. Die PGO dümpelt zu diesem Zeitpunkt noch bei einer Zustimmungsquote von 5 %, aber Paul will Peters davon überzeugen, mit ihm und UMC eine erfolgreiche Zusammenarbeit einzugehen. Wer könnte da widerstehen? Gern lässt sich Peters beim Wahlkampf unter die Arme greifen, zumal die politische Arbeit für ihn nichts mit dem Wunsch nach einer gesellschaftlichen Veränderung zu tun hat, sondern die Partei nur Mittel zum Zweck ist: Peters hat bereits unternehmerisch versagt und will nun endlich mit der PGO Bedeutung erlangen und auf der politischen Bühne stehen.
Doch auch David Braun spielt in diesem Buch eine Rolle: Er ist Forscher beim Allgemeinen Entwicklungsinstitut für Krankheitsforschung (AEIK) und Mitarbeiter des allseits geachteten Prof. Teighaus. Ihm fallen zunächst die überdimensionierten Wahlplakate der PGO und kurz darauf die praktisch aus dem Boden schießenden Krankenhausneubauten des UMC auf. Zunächst kann er keinen Zusammenhang erkennen, doch das soll sich bald ändern.

 

Eine todbringende Seuche bricht über das Land herein


Praktisch aus dem Nichts bricht in Deutschland eine Lassa-Epidemie aus. Eine Heilung scheint nicht möglich zu sein, da es sich um ein mutiertes Virus handelt, für das noch kein Gegenmittel entwickelt worden ist. Die Zahl der Erkrankten steigt ständig, und schnell sind die Schuldigen ausgemacht: afrikanische Einwanderer. Für die Bevölkerung ist nicht erkennbar, was sich hier tatsächlich abspielt, aber eins ist klar: Alle, die Ähnlichkeit mit einem Afrikaner haben, haben auf Berlins Straßen nichts mehr zu lachen. Nur eine Handvoll Menschen weiß, was tatsächlich hinter dieser Epidemie steckt. Einer von ihnen ist  Paul Schneider, dem fast jedes Mittel recht ist, um in einem Staat zu leben, in dem die Gesundheit über alles geht. Dafür ist er bereit, alle seine moralischen Grundsätze über Bord zu werfen. In den Nachrichten ist bald von nichts anderem mehr die Rede als von der Epidemie, die "Breaking News" melden immer neue Horrorzahlen. Schnell macht die Meldung die Runde, dass bereits viereinhalb Millionen Menschen in Deutschland an Lassa erkrankt sein sollen. Die gesellschaftliche und politische Situation gerät außer Kontrolle, und UMC ergreift die günstige Gelegenheit, sich die Sendergruppe TeleDeutschland unter den Nagel zu reißen. Nun kann der stetig wachsende Konzern sein Aktionsfeld noch weiter vergrößern, während das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen gekommen ist. Dass auch die politischen Mandatsträger angesichts der dramatischen Entwicklung im Land nicht ungeschoren davonkommen, ist klar. Letztlich bemerken viele der für den Fortgang des Romans wichtigen Personen zu spät, dass sie schon lange keine selbstständig Handelnden mehr sind, sondern nur Spielfiguren, die wie auf einem Schachbrett hin und her geschoben werden.

Wie war's?

 

Mutwille hat mich wegen seiner Thematik gereizt: Wie würde Kai Lüdders mit einem solchen Krisenszenario, das ganz Deutschland in den Zusammenbruch führt, umgehen? Würde es ihm gelingen, eine schlüssige und überzeugende Story rund um diesen Plot aufzubauen? Das Buch beginnt mit einer Szene, die einen Teil des Endes vorwegnimmt: Paul Schneider ist auf der Flucht und in so großer Not, dass er nicht zögert, auf seine Verfolger zu schießen. Damit ist nach zweieinhalb Seiten klar, dass sein Plan nicht funktioniert. 
Es gibt noch weitere Inhalte, die an der Glaubwürdigkeit des Buches kratzen: Innerhalb von drei Tagen soll sich die gesamte Bevölkerung in Arztpraxen und Krankenhäusern melden, um sich einem Lassa-Test zu unterziehen. Wie das bei 82 Millionen Menschen in diesem kurzen Zeitraum gehen soll, kann ich nicht nachvollziehen und wird auch nicht erklärt. Auch die Folgen, die eine solche Massendiagnostik für "normale" Patienten und das medizinische Personal haben würde, werden nicht thematisiert. Dass das Lassa-Virus außerdem nur in Speziallaboren, von denen es in Deutschland nur drei gibt, diagnostiziert werden kann, ist da nur eine Randerscheinung der Ungereimtheiten. 
Die Schilderung der Szenen rund um den Lassa-Ausbruch ist ebenfalls nicht stimmig: Die Menschen hamstern Vorräte und vor den Tankstellen bilden sich lange Autoschlangen, aber auf den Straßen ist es wie ausgestorben? Auch der Umstand, dass Lassa eine meldepflichtige Erkrankung ist und ihr Ausbruch von Gesundheitsbehörden erfasst und bekanntgegeben wird, spielt hier keine Rolle. Eine Unterstützung von Hilfsorganisationen, Nachbarstaaten oder gar der EU oder der WHO gibt es hier ebenfalls nicht. Da Mutwille jedoch in Deutschland spielt und der Fokus auf Berlin liegt, können die hiesigen Gegebenheiten auch für eine Dystopie nicht ignoriert werden.
Leider leidet der Roman auch unter einem mangelhaften Lektorat und Korrektorat, was den Lesefluss abbremst.  

Mutwille wurde mir von der Agentur Literaturtest zur Verfügung gestellt, wofür ich mich bedanke. Das Buch ist beim Velum Verlag (er wurde für dieses Buch gegründet) als Taschenbuch für 11,99 Euro und bei tredition als gebundene Ausgabe für 22,99 Euro erhältlich.
Von Literaturtest erhielt ich kürzlich die Nachricht, dass der Roman nachgedruckt wird, weil er zu viele Fehler enthält. Welche Fehler dabei korrigiert werden, ist mir nicht bekannt.

 

Freitag, 2. Februar 2018

# 134 - Wer kreuzigt einen Hund?

Der Beginn einer Krimireihe mit Kommissar Henry Frei

 

Der Mord an der Ehefrau eines konservativen und moralisierenden TV-Pfarrers ist der erste Einsatz für das Berliner Ermittlerduo Henry Frei und Louisa Albers im Krimi Böses Kind des bekannten Autors Martin Krist. Doch die Tat wird schon bald von neuen Ereignissen überlagert: Ihr Kollege Charlie ruft sie in die Stadtteilbibliothek, die gerade umfassend saniert wird. An einer ihrer Mauern wurde ein toter Hund gefunden - schwer misshandelt und anschließend gekreuzigt. Doch so abscheulich die drei Polizisten diese Tat finden, es ist kein Fall für die Mordkommission. 
Das wird es erst, als Susanne Pirnatt, eine heillos überforderte alleinerziehende Mutter von drei Kindern, ihre 14jährige Tochter Jacquie bei der Polizei als vermisst meldet. In der Bibliothek wurde zwischenzeitlich ein Toter gefunden - in einer gekreuzigten Haltung eingemauert in den Hohlraum einer Wand. Neben ihm wurde ein Rucksack gefunden, der der gesuchten Jacquie gehört. Nun sind die Ermittler alarmiert.

Ein Krimi mit mehreren Handlungssträngen

 

Auch wenn der Fall der verschwundenen Vierzehnjährigen in Böses Kind den Hauptteil der Handlung ausmacht, gehen die Ermittlungen wegen des Mordes an der Pfarrersgattin weiter. Auch hier schält sich ein Verdächtiger heraus, am Ende des Buches wird jedoch durch eine weitere Tote ein Cliffhanger erzeugt, der auf den nächsten Krimi mit Harry Frei hinweist.
Durch die Handlung mäandert jedoch noch ein weiterer Fall: Vor vierzehn Jahren verschwand Alanna, die Tochter von Freis Freund und ehemaligem Chef Oskar Marek, spurlos. Seitdem ermittelt Marek auf eigene Faust. Da ihr Name als Untertitel von Böses Kind geführt wird, ist in den nächsten Frei-Krimis vermutlich noch mehr darüber zu lesen.    

Wie war's?

 

Böses Kind ist ein spannender und rasanter Krimi, der sein Tempo unter anderem durch die schnellen Szenenwechsel erhält. Die Hauptfiguren Susanne Pirnatt und die Ermittler Frei und Albers werden glaubwürdig und authentisch gezeichnet. Die beiden Beamten werden nicht als Super-Cops, sondern mit ihren Stärken und Schwächen sowohl im Privatleben als auch im Beruf beschrieben. Das wird es auch in den folgenden Krimis erleichtern, sich mit ihnen zu identifizieren.

Böses Kind ist bei epubli erschienen und kostet als Taschenbuch 9,99 Euro sowie als epub- oder Kindle-Edition 3,99 Euro. Das Buch wurde mir als E-Book von Netgalley zur Verfügung gestellt. 

Noch mehr von Martin Krist gibt es hier mit der Rezension seines Thrillers Brandstifter

Freitag, 26. Januar 2018

# 133 - Tschechiens Aufbruch ins Weltall

Ein Nationalheld wird geboren

 

Jakub Procházka ist ein geachteter Astrophysiker, mit seiner großen Liebe Lenka verheiratet und kinderlos. Die beiden leben ein relativ unauffälliges Leben, bis Jakub eines Tages eine Einladung von Senator Tůma erhält: Der Politiker bietet ihm an, mit einer Ein-Mann-Rakete eine kosmische Staubwolke, die den Namen "Chopra" erhalten hat, zu erforschen. Etliche Staaten überlegen bereits, eigene Missionen ins All zu schicken, aber Tschechien ist das erste Land, das sich aus der Deckung wagt: Jakub soll der Nation zu großartigem wissenschaftlichen Ruhm verhelfen, indem er sich auf eine achtmonatige Reise in einer von der Schweiz ausgemusterten Rakete begibt. JanHus1 wird das Raumschiff getauft, nach dem böhmischen Theologen und Reformator, der im 15. Jahrhundert gelebt hat. Hiermit beginnt Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt des tschechisch-amerikanischen Autors Jaroslav Kalfař.

Das Gefühl der (Mit-) Schuld bleibt ein Leben lang



In Jakubs Kindheitsrinnerungen befinden sich Schatten: Sein Vater ist ein ranghohes Parteimitglied gewesen, dessen Aufgabe beim Geheimdienst es war, Verdächtige bei Verhören zu foltern. Mit dem Einsetzen der Samtenen Revolution 1989 und der Abkehr vom Kommunismus schlug ihm und seiner Familie die geballte Ablehnung der Mitmenschen entgegen. Doch bevor es zum Prozess gegen den linientreuen Parteigänger kommen konnte, verunglückte er 1990 zusammen mit Jakubs Mutter tödlich. Zu diesem Zeitpunkt war Jakub zehn Jahre alt und wuchs von da an bei seinen Großeltern auf. Seit damals versucht er, mit den widerstreitenden Gefühlen für seinen Vater umzugehen: Einerseits fühlt er stellvertretend dessen Schuld, andererseits liebt er ihn, weil er sein Vater ist. Die Schuldgefühle treiben ihn an, etwas Herausragendes für sein Land zu tun, damit die Schuld seines Vaters kleiner oder sogar gelöscht und der Name Procházka nicht nur mit Gewalt verbunden wird. Dafür stimmt er zu, als Astronaut für die Chopra-Mission zur Verfügung zu stehen, obwohl ihm bewusst ist, dass er damit seine Ehe riskiert.

Das All: unendliche Weiten und ein Reisebegleiter

 

Im April 2018 startet die JanHus1 mit Jakub von einem böhmischen Kartoffelacker in den Weltraum. Auf dieser Mission nimmt Jakub drei Rollen ein: die des Wissenschaftlers, des Nationalhelden und des Privatmanns. Der Wissenschaftler freut sich darauf, etwas erforschen zu können, das noch nie zuvor da war; der Nationalheld muss sich erst noch in die Erwartungen, die an ihn gestellt werden, hineinfinden und der private Jakub Procházka wird von seiner Frau verlassen. Doch es passiert noch mehr: Jakub bekommt ungebetenen Besuch von einem sprechenden spinnenähnlichen Wesen, dem er den Namen Hanuš nach dem legendären tschechischen Uhrmacher gibt. Hanuš ist verfressen und macht sich über Jakubs Nutella-Vorräte her. Nachdem sich Jakub an die Eigenheiten seines Gastes mit seinen 34 Augen gewöhnt hat, ist er ihm ein guter Gesprächspartner. Doch als JanHus1 in die Chopra-Wolke eindringt, stellt Jakub fest, dass sie eine eigene Schwerkraft besitzt: Das Raumschiff wird in die Wolke hineingezogen, der Staub dringt durch alle Ritzen und frisst sämtliche Kabel an. Als die Sauerstoffversorgung ausfällt, ist das sein Todesurteil. Doch auch wenn Tůma, der inzwischen zum Präsidenten Tschechiens aufgestiegen ist, eine Staatstrauer anordnet und die Errichtung eines Procházka-Denkmals auf dem Prager Karlsplatz in Auftrag gibt, ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende.


Wie war's?

 

Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt beginnt mit einem humorvollen Unterton, um in der zweiten Hälfte nachdenklich zu werden. Die Frage, warum ausgerechnet Jakub Procházka, der sich mit dem Weltall bislang nur theoretisch beschäftigt hat, zum Astronauten für eine Mission, die Tschechien wissenschaftlich und wirtschaftlich einen großen Schritt nach vorn bringen soll, ausgewählt wird, wird erst spät beantwortet und hat mehr mit menschlichen Untiefen als mit vorausschauender Planung zu tun. Das Zentrum des Buches ist die Frage nach der Schuld: Ist es richtig, dass für die Fehler eines Menschen dessen ganze Familie büßen muss? Und: Müssen sich die Angehörigen eines nahen Verwandten für dessen Gewalttaten mitschuldig fühlen? Diese Fragen muss sich jeder, der sich in einer ähnlichen Lage befindet, selbst beantworten. Der Roman tut dies nicht.

Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt ist im Tropen-Verlag, einem Imprint des Verlages Klett-Cotta, erschienen und wurde mir als E-Book von Netgalley.de zur Verfügung gestellt. Das Buch kostet als gebundene Ausgabe 22,-- Euro und als Kindle- oder epub-Edition 17,99 Euro.

Freitag, 19. Januar 2018

# 132 - Die Zeit heilt nicht alle Wunden

Mysteriöse Morde in Südtirol

 

28. April 1985: In der Gegend um die Bletterbachschlucht in den Dolomiten tobt tagelang ein Gewitter, das so stark und ausdauernd ist, dass sich niemand an ein ähnlich schweres Unwetter erinnern kann. Drei junge Menschen aus dem nahen Dorf Siebenhoch sind kurz zuvor zu einer Wanderung aufgebrochen und wurden seitdem nicht mehr gesehen. Die Bergretter machen sich trotz des schlechten Wetters auf den Weg und finden die drei Wanderer nach einigen Stunden Suche - tot und auf grausame Art und Weise verstümmelt. Der Anblick von Evi, Kurt und Markus ist so schrecklich, dass die erfahrenen Retter stundenlang nicht in der Lage sind, sich zu rühren. Dieser Mord bestimmt die Handlung des Thrillers Der Tod so kalt des aus Bozen stammenden Autors Luca D'Andrea.

Die Mauer des Schweigens

 

Die Handlung wird aus der Sicht des amerikanischen Dokumentarfilmers Jeremiah Salinger erzählt. Er ist mit Annelise verheiratet, die aus Siebenhoch stammt, und hat mit ihr eine fünfjährige Tochter, Clara. Als Salinger sich an einem beruflichen Tiefpunkt befindet, stimmt er Annelises Vorschlag zu, ein paar Monate in der Abgeschiedenheit und Ruhe Siebenhochs zu verbringen, um vom Film Abstand zu bekommen und zu überlegen, wie es weitergehen soll. Salingers Schwiegervater Werner lebt dort und erzählt seinem Schwiegersohn kurz nach der Ankunft der kleinen Familie von einem tödlichen Bergungfall, der sich 1950 in der Nähe von Siebenhoch ereignet hat. Fünf junge Männer waren damals zum Zwölferkofel gewandert, aber nur zwei von ihnen kamen lebend wieder zurück. Einer von ihnen war Werner. Für ihn war dieses Unglück der Anlass, für die Gründung der Bergrettung zu kämpfen, die nun, dreißig Jahre später, über einen Hubschrauber und einen Arzt verfügt.
Die Geschichte löst bei Salinger den Wunsch aus, einen Film über den Alltag der Bergretter zu drehen. Mehrere Wochen begleitet er die Arbeit der Bergretter zusammen mit seinem Freund Mike, bis es eines Tages darum geht, eine Touristin aus einer Gletscherspalte zu retten. Weil Salinger darauf besteht, zum Filmen in die Spalte herabgelassen zu werden, kommt es zu einer Lawine, die fünf Menschen das Leben kostet und Salinger unter sich begräbt. Er wird gerettet, leidet jedoch an PTBS - posttraumatischen Belastungsstörungen. In dieser Phase erfährt er zufällig von der Bluttat von 1985, die bei den Einheimischen unter dem Namen "Bletterbach-Massaker" bekannt ist. Der Mörder läuft seit damals noch frei herum. Salinger beschließt, herauszufinden, wer diese drei jungen Menschen vor dreißig Jahren hingerichtet hat. Doch je mehr er im Dorf nachfragt, umso feindseliger wird die Stimmung, die ihm entgegenschlägt. Plötzlich erscheinen Salinger auch diejenigen verdächtig, etwas mit den Morden zu tun zu haben, die ihm bislang freundlich begegnet sind - allen voran sein Schwiegervater. Auch ein Jaekelopterus rhenaniae, ein Seeskorpion, der (eigentlich) vor 400 Millionen Jahren gelebt hat, gerät kurzzeitig in den Verdacht, für das Gemetzel verantwortlich gewesen zu sein.

Wie war's?

 

Der Tod so kalt ist ein insgesamt spannendes Buch. Auf einige "Schleifen" hätte D'Andrea aber gern verzichten können. Dazu gehören das Zwischenspiel des Jaekelopterus rhenaniae, das wie an den Haaren herbeigezogen wirkt, und die manische Besessenheit, die Salinger antreibt. Sie ist so ausufernd, dass er seine Familie darüber grob vernachlässigt und es beinahe zur Trennung von seiner Frau kommt. 
Das Szenario eines Fremden, der auf eine gewachsene und geschlossene Dorfgemeinschaft trifft und nicht wahrhaben will, dass Annäherung vor allem Zeit braucht, ist nicht neu und fast schon der Klassiker in Büchern, deren Handlung in den Bergen angesiedelt ist. Dass die Dorfbewohner Salinger die Schuld am Tod der Bergretter geben, trägt zur Entfremdung bei. Mein Eindruck ist also eher zwiespältig, sodass ich den Thriller nicht uneingeschränkt empfehlen kann.
Wer sich selbst ein erstes Bild machen will, kann das mit diesem Buchtrailer:



Der Tod so kalt ist erschienen bei Deutsche Verlags-Anstalt und kostet als Taschenbuch 14,99 Euro sowie als epub- oder Kindle-Ausgabe 11,99 Euro. Das Hörbuch wird als MP3-CD für 8,99 Euro angeboten (gekürzte Fassung).
Das Buch wurde mir vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke.

Samstag, 13. Januar 2018

Gewonnen! Zwei spannende Bücher von Ina Kloppmann

Wenn der Postmann zweimal klingelt...

 

Okay, einmal klingeln hat gereicht: Heute habe ich meinen Gewinn einer Verlosung der Online-Zeitschrift Leineblitz.de erhalten. Verlost wurde Hassliebe, der neueste Krimi der hannoverschen Autorin Ina Kloppmann, aber bekommen habe ich sogar zwei Bücher: Ina hat mir zusätzlich noch die Doppelausgabe ihrer beiden vorangegangenen Krimis Bereue und Anders ins Paket gelegt.  
Ina, ich habe mich total gefreut und bedanke mich sehr herzlich! 


 


Hassliebe spielt sogar zum Teil in meinem Wohnort Hemmingen bei Hannover, was es für mich natürlich noch interessanter macht. Eines ist klar: Sobald ich die Bücher gelesen habe, melde ich mich an dieser Stelle wieder.




Rathaus von Hannover

Donnerstag, 11. Januar 2018

Das war's schon wieder: Das Bücherkisten-Jahr 2017 ist vorbei

Sehr viel Gutes, ab und zu Mäßiges, aber immer viel Abwechslung

 

Die meisten Bücher, die ich euch 2017 vorgestellt habe, haben mir gut oder sogar sehr gut gefallen. Ich zeige euch hier mit meinen Tops und Flops des Jahres die Bücher, die für mich ganz weit vorn waren und die, die durchs Raster gefallen sind.

Meine Favoriten

 

Sachbücher


Ich habe ein gewisses Faible für Sachbücher, darum kommen sie jetzt zuerst dran. Zu denen, die mir am besten gefallen haben, gehört 70 - DER SPIEGEL - 1947-2007. Egal, welche politische Einstellung man hat und wie man die Zeitschrift grundsätzlich finden mag: Dieses Buch ist lebendige deutsche und internationale Geschichte und wartet zusätzlich mit tollen Fotos auf. 

 

 

 

 

Überzeugt hat mich Die 7 größten Irrtümer über Frauen, die denken von Beatrix Langner. Ihr Essay beleuchtet sehr anschaulich, welches Bild sich Männer bis vor etwa 50 Jahren von Frauen gemacht haben und wirbt für einen gemeinsamen Blick von Frauen und Männern auf die Probleme unserer Zeit. Das tut die Germanistin und Literaturkritikerin unterhaltsam und sachlich, ohne sich in feministische Floskeln zu verlieren. 





Baskisch ist ein großartiges Kochbuch des Spaniers José Pizarro, der sich seit Langem mit mehreren Restaurants in London als Spitzenkoch etabliert hat. Hier werden nicht nur die Rezepte erläutert, sondern die Leser mit zahlreichen Fotos auf das Baskenland neugierig gemacht. Wer noch nie in dieser nordspanischen Provinz war, will nach dem Durchblättern dieses Buches hin. 



In seinem Buch Verstehen Sie Geld? erklärt der Finanzmarktanalyst Davut Çöl seinen Lesern alles, was sie über das Thema Geld wissen sollten: Woher kommt es? Wie sollte man damit umgehen? Welche Geldkreisläufe gibt es? Was hat es mit den "Rettungsschirmen" der Euro-Staaten auf sich? Alles einfach und mit zahlreichen Beispielen erklärt.   




Der Medienwissenschaftler Stefan Russ-Mohl macht sich in seinem Buch Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde Gedanken, welche Entwicklung die Medien innerhalb der letzten Jahre durchgemacht haben. Werden sie zu Recht als "Lügenpresse" beschimpft? Hat die Qualität der Nachrichten gelitten? Und wenn ja: warum?





Romane

 

Bei den Romanen steht für mich Die fremde Königin von Rebecca Gablé weit vorn. Die erfolgreiche Schriftstellerin entführt die Leser in die Jahre 951 bis 961: Königin Adelheid von Burgund heiratet König Otto I. und durchlebt mit ihm etliche Höhen und Tiefen. Der Höhepunkt ihres Lebens ist die Krönung zum Kaiser bzw. zur Kaiserin durch Papst Johannes XII. 



 

Sehr gut hat mir auch Palast aus Staub und Wind, das erste Buch des Autors Haroon Gordon, gefallen. Es handelt von Baptiste, der vor Kurzem Witwer geworden ist, und seiner ungewöhnlichen Freundschaft mit Gabriel. Als Kinder und Jugendliche sind die beiden, die in einem algerischen Frauengefängnis aufwachsen, unzertrennlich. Doch irgendwann lüftet sich das dunkle Geheimnis, das zwischen ihnen steht, und es kommt zur gewaltsamen Eskalation. 

 

 

 

Fans von Dystopien wird Chlorophyll von M. J. Herbert gefallen. In Finnland beginnt mitten im Winter ein Phänomen, das sich schnell epidemisch ausbreitet: Alle Pflanzen verlieren ihr Chlorophyll und ihr Laub färbt sich orange. Eine ganze Weile ist völlig unklar, was hinter dieser Seuche steckt, die nach und nach die Pflanzen von der Erde eliminiert und dafür sorgt, dass eine globale Hungersnot ausbricht. Den Forschern sitzt die Zeit im Nacken, denn im Überlebenskampf zählt nur noch: Jeder ist sich selbst der Nächste.  

 

Ein morbider Spaß ist der Roman Die letzten vier Tage des Paddy Buckley von Jeremy Massey. Der irische Bestatter Paddy durchlebt eine Pechsträhne, die sich gewaschen hat. Als er dann auch noch den Bruder des gefährlichsten Gangsters von Dublin anfährt und ihn tödlich verletzt, hängt sein eigenes Leben an einem seidenen Faden. Im Buch reiht sich eine absurde Szene an die andere, doch dank Masseys plastischer Sprache wirkt die Handlung glaubwürdig und authentisch. 




Geister von Nathan Hill ist ein spannender Familienroman, der von den 1920er-Jahren bis heute reicht und im Laufe der Handlung mehrere Themen streift, die wichtig waren oder es noch sind - Pädophilie kommt ebenso vor wie die Occupy-Wallstreet-Bewegung. 







In Die Ermordung des Glücks setzt Friedrich Ani seinen Münchener Ex-Ermittler Jakob Franck zum zweiten Mal auf einen Mordfall an. Ein elfjähriger Junge verschwindet auf dem Heimweg von der Schule spurlos und wird Wochen später tot aufgefunden. Dank Francks akribischer und unaufgeregter Nachforschungen kommt der Fall zu einem überraschnden Ende. 






Es gab nicht nur gute Bücher: Hier kommen meine persönlichen Flops des Jahres 2017

 

Sachbuch


Das Buch Wann Sie eine Bank überfallen sollten der amerikanischen Journalisten und Ökonomen Stephen J. Dubner und Steven D. Levitt verspricht mit diesem Buchtitel mehr, als es hält. Ihr in den USA bekannter Blog Freakonomics diente offensichtlich als Textquelle. Da das schon bei den beiden vorangegangenen Büchern so gehandhabt wurde, ist dieser Titel so etwas wie ein Kehraus. Man verpasst nichts, wenn man das Buch links liegen lässt. 


Roman

 

Der mit den Glasaugen von Marta Monti ist ein in der Umgebung von Bern spielender Krimi. Der fünfjährige Jan ist verschwunden, eine Entführung kann nicht ausgeschlossen werden. Der Kreis der Verdächtigen wird immer größer. Nach eineinhalb Jahren wird das Kind tot in einer Felsspalte gefunden. Das Ermittlerduo Beta Bianca und Benno Bertschi ist dem Mörder auf den Fersen. Der Krimi schafft es trotz des guten Plots nicht, Spannung zu entwickeln, weil vieles zu vorhersehbar ist. Die Logikfehler und das nicht oder nicht ausreichend durchgeführte Lektorat tun ihr Übriges.