Dienstag, 8. November 2016

Die Schriftsteller Hamsun und Wilde - jetzt auch bei Indie Publishing

Schon mehrmals wurden meine Rezensionen von Self Publisher-Titeln bei Indie Publishing, einem Ableger der größten deutschen Buchzeitschrift buchreport, veröffentlicht. Seit heute ist auch die Rezension des Buches "Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun" dort zu finden. Der Titel ist zwar nicht selbst verlegt, aber im unabhängigen Verlag STORIES & FRIENDS erschienen


Die heiklen Passagen

Sonntag, 6. November 2016

Lachen und sich wundern: Das war der Oktober

Die Bücherkiste war in den USA, Russland, Deutschland und ein bisschen in der Türkei

 

Das kalte Licht der fernen Sterne der gebürtigen Russin Anna Galkina hat im Oktober den Anfang gemacht. Es geht um das Leben der einfachen Menschen in einer Kleinstadt in der Nähe von Moskau in den ausgehenden 1980-er Jahren. Aus der Sicht des Mädchens Nastja beschreibt die Autorin sehr sachlich und ausdrucksstark, was damals den Alltag der Sowjetbürger ausmachte.
Der SWR hat im Mai 2016 eine Hör-Rezension veröffentlicht.




Das Buch hat mir sehr gut gefallen:









Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun beschäftigte sich mit einem völlig anderen Thema: Matthias Engels beschreibt in seinem Buch die Amerika-Reisen der beiden Schriftsteller Oscar Wilde und Knut Hamsun. Beide sind sich nie begegnet, beiden gelang es nicht, ihren Erfolg festzuhalten und zu verteidigen.
Matthias Engels hat Teile einer Lesung zur Verfügung gestellt.

Auch für diesen Titel











Was gab es noch? Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland von Michael Opoczynski widmet sich der Frage, wie es sich in unserem Land als alter Mensch lebt. Der Wirtschaftsjournalist und langjährige Moderator des TV-Wirtschaftsmagazins WISO ist nun selbst Rentner und hat sich - so macht es zumindest den Eindruck - erstmals so richtig unser "seinesgleichen" umgesehen. Von einem Sachbuch hatte ich Objektivität, eine solide Recherche und weniger Populismus erwartet. Ich will einfach nur informiert werden. Das hat mit diesem Titel leider nicht funktioniert. Schade. Darum nur



1/2

Ich habe einen kurzen Ausschnitt aus einer Lesung gefunden, während der der Autor Passagen aus seinem Buch vorträgt:
 






Am letzten Oktober-Freitag wurde es lustig: Mit Der Boss hat der Kabarettist Moritz Netenjakob ein witziges Buch abgeliefert, in dem er die Klischees über Türken, die zahlreiche Deutsche teilen dürften, in die Geschichte über Daniel und Aylin packt, die ihre Hochzeit planen. Das erweist sich als schwieriges Unterfangen. Aber auch der Blick auf "typisch deutsche" Eigenschaften kommt nicht zu kurz. Für die durchgehend prima Unterhaltung gibt es


Moritz Netenjakob stellt sein Buch hier vor, der Zuschauer sieht auch, wie der Autor das Hörbuch einspricht:




Das war's! Schreibt doch mal, ob ein Buch für euch dabei war. Das Kommentarfeld ist direkt unter diesem Text.









Freitag, 4. November 2016

# 74 - Ein Familiendrama in Schweden


Ein Wettlauf um das Nicht-Sterben


Hoch im Norden Schwedens, im entlegenen Kaff Övreberg: Eine Autorin von mittelmäßigen Traktaten, schriftstellerisch eher erfolglos, verschlägt es auf ihrer Vortragsreise in den ungeheizten Gemeindesaal des Ortes, wo eine Handvoll gelangweilte Zuhörer auf sie wartet. Sie ist Mitte vierzig, alleinstehend und wirkt, als habe sie ihr Leben bereits gelebt. So beginnt der Roman Hummelhonig des schwedischen Schriftstellers Torgny Lindgren.

Was ist stärker: Liebe oder Hass?


Am Ende ihres Vortrags wird die Schriftstellerin vom alten Hadar aufgefordert, bei ihm zu übernachten. Sie ist nicht misstrauisch: Vermutlich hatte der Veranstalter die Gelegenheit genutzt, ihr eine möglichst billige Unterkunft zur Verfügung stellen zu können. Und es ist ja auch nur für diese eine Nacht.
Hadar ist kein Mensch, der viele Worte macht. Doch schon während der Autofahrt zu seinem einsamen Häuschen sagt er ihr, dass er Krebs habe und bald sterben werde. Aber das mit dem Sterben, fügt er hinzu, das sei noch nicht ganz so eilig. Schon kurz darauf erfährt die Autorin, was den alten und todkranken Mann davon abhält, sich trotz aller Schmerzen und Leiden ein schnelles Ende zu wünschen. In Rufweite von Hadars  Haus befindet sich ein fast identisches Gebäude. Am Rauch, der dem Schornstein entweicht, erkennt die Besucherin, dass dort jemand lebt. Hadar gibt auf ihre Fragen nur widerwillig Antwort: Er erzählt kurz und knapp, dass dort sein herzkranker Bruder Olof wohne, der genau wie er auch nicht mehr lange zu leben habe. Da begreift die Autorin, worum es hier eigentlich geht: Die beiden Brüder, die einander in einer Hassliebe verbunden sind, weigern sich beide, vor dem jeweils anderen zu sterben.
Aus der Abreise der Besucherin am nächsten Morgen wird nichts: In der Nacht ist so viel Schnee gefallen, dass das Autofahren unmöglich geworden ist. Sie entschließt sich, noch etwas bei Hadar zu bleiben und dem todkranken Mann beizustehen. Aber ihr lässt der Gedanke daran, dass wahrscheinlich auch Olof Hilfe braucht, keine Ruhe. Während sie sich um die beiden Brüder kümmert, die schon seit langer Zeit nicht mehr miteinander gesprochen haben, erfährt sie im Laufe des Winters von dem Drama, das sich viele Jahre zuvor zwischen ihnen abgespielt hat: von der Frau, die zuerst zu Olof gehörte und sich dann Hadar zuwandte, und von dem Sohn, für den die beiden Alten jeweils die Vaterschaft reklamieren. Das Drama hatte seinen Höhepunkt in zwei Toten. Doch weder Hadar noch Olof ist es möglich, einander zu verzeihen.

Zwei Brüder wie Feuer und Wasser


Lindgren zeichnet das Bild von zwei Brüdern, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Hadar ist klapperdürr und hat eine Vorliebe für deftige, salzige Speisen. Olof hingegen hat eine ausgeprägte Vorliebe für Süßes und behauptet sogar, der Inhalt seiner aufgeplatzten Pusteln schmecke köstlich. Die Völlerei hat ihn fett und fast bewegungsunfähig gemacht. Die einzige Verbindung, die es in den letzten Jahren zwischen ihnen gegeben hat, ist eine Katze, die sich abwechselnd in den beiden Häusern aufhält. Für den einen Bruder ist es eine Katze, für den anderen ein Kater.
Dann kommt der Tag, an dem Olof die Autorin bittet, Hadar in seinem Namen ein Geschenk zu überreichen. Während Hadar die Knoten aufbindet, wallt in ihm die Idee von der Brüderlichkeit auf: Es sei eine Ehre, Bruder zu sein, und wem sonst als seinem Bruder könne man einen so großen Pappkarton schenken? Doch was er findet, versetzt ihm einen Schock: die Katze, mit dem vom Körper abgetrennten Kopf und entfernten Geschlechtsteilen. Jetzt scheint es tatsächlich keine Rolle mehr zu spielen, ob das Tier ein Kater oder eine Katze gewesen ist.

Ein Roman um zwei archaische Leben in Nordschweden


Die Besucherin verbringt den ganzen Winter in der schwedischen Einöde mit der Pflege der beiden Männer und als deren Botin. Obwohl sie über lange Strecken eher unbeteiligt wirkt, schafft sie es, mit einer Lüge dem Drama ein Ende zu bereiten.
Hummelhonig ist ein sehr eindringliches Buch, das seine Leser nicht nur beobachten lässt, sondern sie in die Handlung hineinzieht. In der Welt dieses Romans sind die kleinen Bösartigkeiten, die die Brüder sich in der Vergangenheit zugefügt haben und sich noch immer zufügen auch deshalb allgegenwärtig, weil es anstrengender ist, sich gut und menschlich zu verhalten.

Hummelhonig ist in der deutschen Fassung 1997 im Carl Hanser Verlag erschienen. Das Buch ist heute nur noch antiquarisch erhältlich.

Freitag, 28. Oktober 2016

# 73 - Deutsch-türkische Hochzeitsplanung witzig verpackt

Eigentlich ganz einfach: eine Frau, ein Mann, eine Hochzeit

 

Heiraten kann ganz einfach sein: Man macht einen Termin im Standesamt, erscheint pünktlich zur Trauung, jeder sagt ein Mal "Ja" und unterschreibt, fertig ist die Ehe. Kaum jemand mag es so puritanisch, aber was da passiert, als der Deutsche Daniel seine türkische Verlobte Aylin im Roman Der Boss heiraten will, wächst dem Bräutigam rasch über den Kopf. Moritz Netenjakob reiht auf lustige Weise ein Klischee an das andere und unterhält mit zahlreichen Überspitzungen.

Fortsetzung einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte

 

Im vorangegangenen Roman Macho Man hatte sich Daniel in Aylin verliebt, nun haben die beiden beschlossen, zu heiraten. Der Boss beginnt 6 Wochen, 2 Tage, 1 Stunde und 20 Minuten vor der Hochzeit. Das Brautpaar plant seine Hochzeitsreise, und eines wird schnell klar: Ab sofort ist Daniel der Boss in ihrer Beziehung. Zumindest offiziell. Das geben ihm sowohl Kenan, ein Mitglied des weitverzweigten Familienclans, dem auch Aylin angehört und der Besitzer des Reisebüros, als auch die junge Braut zu verstehen. Doch wie ist man der Boss? Daniel ist ein Vorzeige-Warmduscher und Schattenparker und hat vom Macho-Sein keinen blassen Schimmer.

Typisch deutsche Weihnachten mit Plastikmüll am Baum

 

Mit jedem Kapitel rückt der Hochzeitstermin näher, in gleichem Maße nimmt das Chaos zu: Selbstverständlich sollen sich die künftigen Schwiegereltern vor der Trauung kennenlernen. Aylins Eltern sind dann auch sehr erfreut, von Daniels Eltern zur familiären Weihnachtsfeier eingeladen zu werden. Endlich werden sie erfahren, wie Deutsche die Geburt von Gottes Sohn feiern. Doch es geht im Elternhaus des jungen Mannes alles andere als durchschnittlich oder konventionell zu: Die Eltern sehen sich als Teil des Bildungsbürgertums und Alt-68er, lehnen Weihnachten aus atheistischen Gründen eigentlich ab, feiern es aber offiziell der Oma zuliebe. Oma Berta ist 92, geistig verwirrt und wähnt sich noch im 3. Reich. Ihre Nachfragen nach dem Wohl des Führers sorgen immer wieder für Irritationen. Mit dem künstlerischen Anspruch an die Gestaltung des Festes können weder sie noch Daniel etwas anfangen: Der Baumschmuck besteht immer aus einer alternativen Dekoration, dieses Mal aus leeren Joghurtbechern, um den Künstler Ilya Kabakov zu würdigen. Selbstredend werden keine klassischen Weihnachtslieder gesungen, sondern alljährlich die Schallplatte "Wann ist denn endlich Frieden?" von Wolf Biermann abgespielt. Die Runde wird durch das Künstlerpaar Ingeborg und Dmitri vervollständigt, für die das Attribut "schrullig" weit untertrieben ist. Aylins konservative Eltern erleben am Heiligen Abend spätestens dann einen Kulturschock erster Güte, als Daniels Mutter damit beginnt, ganz ungezwungen von ihren Affären und Sexualpraktiken zu berichten.

Der Hochzeitscountdown läuft

 

Der Roman wäre schnell zu Ende, wenn das verliebte Paar jetzt einfach so heiraten würde. Es stellen sich ihnen so einige Hürden in den Weg, die vor allem in der kulturellen Tradition von Aylins Familie liegen. Da gibt es Rücksichtnahmen, Lügen und extreme Emotionalität, die von der jungen Türkin als völlig normal, von Daniel jedoch irgendwann nur noch als Zumutung empfunden werden. Aylin hingegen ist von der Distanziertheit zwischen ihrem Verlobten und dessen Eltern irritiert und möchte ihre künftigen Schwiegereltern auch in die gemeinsamen Freizeitaktivitäten einbeziehen. Die Hochzeit steht auf der Kippe, die Beziehung auf Messers Schneide.

Der Boss ist ein durchgehend witziges Buch und jongliert mit den Vorstellungen und Klischees, die "man" vom Deutsch- oder Türkischsein hat. Moritz Netenjakob weiß, wovon er schreibt: Er ist mit der deutsch-türkischen Schauspielerin und Regisseurin Hülya Doğan-Netenjakob verheiratet, die auch zusammen mit ihrem Mann als Kabarettistin auftritt. Sie hat sowohl Macho Man als auch Der Boss dramaturgisch betreut, sodass ich davon ausgehe, dass in der teils skurrilen Handlung sehr viel Wahrheit steckt.

Der Boss kostet als Taschenbuch, Kindle- oder epub-Version 9,99 Euro und als DAISY-Hörbuch 12,95 Euro. 

Freitag, 21. Oktober 2016

# 72 - Altsein - ein Ruhekissen oder der blanke Horror?

Wir wollen alt werden, aber es nicht sein 

 

Wie ist das in Deutschland, wenn man alt ist oder die anderen der Meinung sind, dass man es sei? Dieser Frage widmet sich der Wirtschaftsjournalist Michael Opoczynski in seinem neuesten Buch Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland.

Was macht ein Sachbuch aus?


Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland ist im Februar 2016 erschienen, sodass ich davon ausgegangen war, über Aktuelles rund um das Thema Altwerden informiert zu werden. Ich erwartete von diesem Buch tatsächlich Neues. Michael Opoczynski war zu dem Zeitpunkt, als er dieses Buch schrieb, erst seit kurzem Rentner. Vermutlich hat ihn dieser Statuswechsel zu den präsentierten Einsichten gebracht.


Es gibt eine ganze Reihe von Fakten in diesem Buch, die nicht neu, aber deswegen nicht weniger wahr sind. Opoczynski schreibt beispielsweise über die Ungleichbehandlung der Alten bei der Vergabe von öffentlichen Ämtern: Für das Amt des Bundespräsidenten gilt eine Mindest- aber keine Höchstgrenze hinsichtlich seines Alters, ein damit verglichen schnöder Bürgermeister darf zum Zeitpunkt seiner Wahl z.B. in Hessen maximal 67 Jahre alt sein. Für andere Bundesländer gelten ggf. andere Altersgrenzen. Eine juristisch akzeptierte Ungleichbehandlung, keine Frage. Dasselbe gilt für den spätesten Zeitpunkt der Pensionierung von Beamten: Sobald das Höchstalter erreicht ist, ist es vorbei mit der Berufstätigkeit. Auch wenn die Betroffenen gern noch weiterarbeiten würden. Vereinzelt werden Ausnahmen gemacht, sie sind jedoch so selten, dass man sie mit der Lupe suchen muss.


Aber auch schon vor dem regulären Eintritt in den Ruhestand kann es schwierig werden: Wer mit 45 oder 50 Jahren arbeitslos wird, hat ein Problem. Entgegen aller offiziellen Statistiken mutmaßen Arbeitgeber oft noch bevor sie den Bewerber gesehen haben, dass sie sich mit ihm wegen einer erhöhten Anfälligkeit gegen Krankheiten oder dessen „altersgemäßer“ Unflexibilität sowieso nur Ärger einhandeln. Das haben viele Arbeitsuchende schon erlebt, und ein Umdenken seitens der Arbeitgeber ist erst seit dem vielbesungenen Fachkräftemangel hier und da erkennbar. Spätestens hier offenbart sich ein Problem, das sich durch das Buch zieht: Je nach Sachverhalt wird die Grenze, ab der Menschen lt. Opoczynski als alt gelten, nach oben oder unten verschoben. Eine demoskopische Unschärfe, die auch die Darstellung unscharf werden lässt.

Auch das von Opoczynski angesprochene Rentenproblem - immer mehr Bezieher stehen zu wenigen Beitragszahlern gegenüber - ist jedem bekannt, der nicht erst vor Kurzem nach Deutschland eingewandert oder in den letzten Jahren jedem Nachrichtenmedium konsequent ausgewichen ist. 
Opoczynski spricht auch völlig zu Recht den Pflegenotstand an, hinter dem das Prinzip steht, dass die Pflege kommerzialisiert abläuft und Gewinn für die Betreiber von Pflegeheimen und -diensten bringen soll.

Aber es geht mir ja darum, etwas Neues zu erfahren und als Tatsachen dargestellte Sachverhalte auch durch Tatsachen belegt vorzufinden. 

Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit - ist sie die Lösung der demografischen Probleme?

 

Opoczynski wirft der Politik vor, mit der Wahrheit zugunsten der Wählerstimmen hinterm Berg zu halten: Der spätere Rentenbeginn sei notwendig, um den Generationenvertrag am Leben zu erhalten und auch in Zukunft die staatliche Rente zu sichern. Doch er hält den Gewerkschaften vor, ihren Mitgliedern eingeredet zu haben, dagegen sein zu müssen. Dabei hat der frühe Ruhestand nach Ansicht des Autors in Deutschland Tradition: Er führt beispielhaft mit der Deutschen Bundespost und der Deutschen Bundesbahn die ehemaligen Sondervermögen des Bundes an, die - so schreibt er - seit den 1970-er Jahren die frühe Verrentung nutzen, um konfliktfrei die Belegschaft zu verjüngen. Opoczynski berichtet, ehemalige Telekom-Mitarbeiter zu kennen, die mit knapp über 40 in Rente gegangen sind. Das stimmt, das hat es tatsächlich gegeben. Allerdings nicht als normale und übliche Vorgänge, sondern im Rahmen der Zerschlagung der Sondervermögen seit 1989. Die damalige Bundesregierung hatte es vorgezogen, auf die jährlichen rd. 1,3 bis rd. 1,6 Milliarden DM (rd. 665 Mio. bis rd.  818 Mio. Euro) zugunsten eines einmaligen Erlöses, der den Bundeshaushalt aufhübschen sollte, zu verzichten. Die erste Amtshandlung der neuen Chefs war dann auch, über deutliche Personalreduzierungen nachzudenken. Im Zuge dieser "Verschlankung" war die frühzeitige Verrentung der Angestellten oder die Pensionierung der Beamten ein willkommenes Mittel, geräuschlos Mitarbeiter en gros loszuwerden. Der Steuerzahler hatte dann diese vorgezogenen Ruhegelder zu zahlen. Kurzum: Das Verrenten oder Pensionieren von sehr jungem Personal ist im Zuge der Privatisierung passiert, war aber nicht gewohnte Übung und taugt daher nicht als Beispiel für eine angeblich seit Jahrzehnten betriebene Praxis.

Alte werden "zwangsverrentet" und sind Opfer von Abzockern

 

Schon in der Einleitung beklagt Opoczynski, in Rente geschickt und nicht darum gebeten worden zu sein. Dabei ist zuvor ein Antrag nötig. Ohne Antrag keine Rente. Die Deutsche Rentenversicherung informiert allerdings ausdrücklich über die Möglichkeit, dass sich die Rentenhöhe durch jedes Jahr Berufstätigkeit nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze verbessert - wohlgemerkt in einer normalen Berufstätigkeit. Wer nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht, darf beliebig viel nebenher verdienen, ohne dass eine Kürzung der Rente drohen würde - im Gegensatz zu Menschen, die sich früher aus dem Erwerbsleben verabschiedet haben, weil sie z. B. gesundheitlich angeschlagen sind. Ihr Zuverdienst darf nur monatlich 450 Euro betragen, solange sie ein vorgezogenes Altersgeld erhalten. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Wirtschaftsjournalist so etwas nicht weiß.


Wenn man Opoczynski glauben darf, sind Alte die Lieblingsopfer von Abzockern aller Art. Er führt hier u. a. den zunehmenden Erfolg von Teleshopping-Kanälen an, die von der Leichtgläubigkeit und fehlenden Mobilität der Senioren profitierten. Statistiken weisen allerdings aus, dass weniger als 1/3 der Teleshopping-Kunden älter als 60 Jahre ist; der Durchschnittskunde dieser Vertriebsform ist 53 Jahre alt und weiblich.
Im Reigen der Alten-Abzocker dürfen auch Finanzhaie und Kaffeefahrten  nicht fehlen. Die Lehman Brothers-Pleite von 2008 wird hier als Beleg dafür angeführt, dass es die Branche schwerpunktmäßig auf die Rentner abgesehen hat. Es stimmt, dass sie eine große Gruppe der Geschädigten bildeten; Familien, die sich eine finanzielle Zukunft aufbauen wollten, waren von der Insolvenz allerdings in gleichem Maß betroffen.
Das Durchschnittsalter  der Teilnehmer von Kaffeefahrten liegt bei 65 Jahren. Schon in meiner Kindheit, die ein paar Jahrzehnte zurückliegt, hatten diese Veranstaltungen einen schlechten Ruf: Jedem, der mitfuhr, war klar, dass es irgendwann an einem entlegenen Ort eine Verkaufsveranstaltung geben würde, bei der Dinge zu überhöhten Preisen verhökert werden würden, die kein Mensch braucht. Muss das tatsächlich Raum finden in einem Buch, das seine Leser sachlich informieren will?

Als letztes Beispiel dafür, dass es mit der Datenlage nicht so genau genommen wird, soll das Kapitel über die Postbank dienen. Sie wird von Opoczynski als Erfinderin des Gewinn-Sparens bezeichnet, einer Sparvariante, die sich für diejenigen Kunden lohnt, die bei der monatlichen Lotterie einen Treffer landen - und natürlich für die Bank. Doch schon 1950 hat die Wiesbadener Volksbank das erste Gewinnsparen veranstaltet. Millionen von Glücksspiel-Losen werden jedes Jahr verkauft. Allein die Volks- und Raiffeisenbank Baden-Württemberg verwaltet mehr als eine Million von ihnen. Statistiken über das Alter der Käufer werden allerdings nicht geführt.

Mein Eindruck?

 

Ich gebe zu, dass ich mir von Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland mehr erhofft hatte: mehr Neues, mehr belastbare Aussagen, weniger Kritik "aus dem Bauch heraus". Viele Themen sind längst bekannt und werden seit Jahren diskutiert und durch die eine oder andere Gesetzesanpassung verändert. Andere Dinge, die hier von Opoczynski angesprochen werden, sind gar keine spezifischen Alten-, sondern vielmehr Behinderten-Probleme, die die körperlich, geistig und/oder psychisch beeinträchtigten alten Menschen mit einschließen. Die Probleme bezüglich der Pflege, die Vereinsamung von nicht mehr mobilen Menschen in den eigenen vier Wänden, die unpraktisch designten technischen Geräte oder Lebensmittelverpackungen - sie sind kein Thema für fitte Senioren, sondern für Menschen mit Beeinträchtigungen. 
Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland wirkt auf mich, als hätte sich Michael Opoczynski seinen Rentner-Frust von der Seele geschrieben. Zu neuen Erkenntnissen hat mir das Buch leider nicht verholfen.

Aussortiert und abkassiert - Altwerden in Deutschland wurde mir vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke. Es ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und kostet als gebundene Ausgabe 19,99 € sowie als Kindle- oder epub-Edition 15,99 €.

Freitag, 14. Oktober 2016

# 71 - Nobelpreis und Reichtum sind keine Garanten für Erfolg


Zwei große Schriftsteller auf der Suche nach dem Erfolg


Mit seinem Roman Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun spürt Matthias Engels den Leben der beiden weltberühmten Schriftsteller Oscar Wilde und Knut Hamsun nach. Das Buch ist eine Mischung aus Tatsachen und Fiktion und führt seine Leser zurück zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Liegt das Heil in Amerika?


Oscar Wilde und Knut Hamsun haben fast gleichzeitig beschlossen, ihr Glück in Amerika zu suchen und dort mit dem Schreiben erfolgreich zu sein. Aber unterschiedlicher konnte ihr Start nicht sein: Hamsun stammte aus einer bitterarmen norwegischen Familie mit sieben Kindern und war bereits mit 16 Jahren von zu Hause ausgerissen. Mit 23 Jahren schiffte er sich in Bremerhaven für die Überfahrt nach New York ein. Mehrere Jahre zuvor war einer seiner älteren Brüder nach Amerika ausgewandert und hatte nur Gutes über das Land berichtet. Offensichtlich ging es ihm und seiner Familie dort gut, sodass Hamsun vorhatte, sich zuerst an ihn zu wenden. Doch als er ihn tatsächlich aufgespürt hatte, zerplatzten seine Träume wie eine Seifenblase: Sein Bruder lebte in ähnlich ärmlichen Verhältnissen, wie er es in Norwegen getan hatte und war darüber zum Trinker geworden. Knut Hamsun musste sich also auf eigene Faust durchschlagen und nahm einen Hilfsjob nach dem anderen an.

Da hatte es Oscar Wilde wesentlich leichter. Er kam aus einer wohlhabenden Familie, hatte zunächst ein Internat und später Universitäten in Dublin und Oxford besucht und war durch den Umstand, dass seine Eltern neben ihren Brotberufen auch Bücher schrieben, ständig von Künstlern umgeben. Wilde ließ sich in London nieder und startete 1882 - im selben Jahr wie Knut Hamsun - seine Reise nach New York. Zu diesem Zeitpunkt eilte ihm bereits der Ruf voraus, ein erfolgreicher Schriftsteller mit extravagantem Auftreten zu sein. Auch wenn in Amerika schon vor seiner Ankunft bekannt war, dass seine Vortragsreise nicht der Literatur, sondern der englischen Renaissance gewidmet sein würde, füllte er die für die damalige Zeit größten Hallen mit 1.500 Menschen. Die Art seines Vortrags faszinierte auch diejenigen Zuhörer, die von dem Gesagten fast nichts verstanden. Er war ganz anders als die typischen Amerikaner und übte eine hohe Anziehungskraft aus. Doch Wilde hat sich in Amerika nicht wirklich wohl gefühlt: Es war ihm zu laut und hektisch. Es störte ihn, dass sich die Menschen ständig in Eile befanden. Ein wirklicher Lichtblick war für ihn allerdings die Begegnung mit dem Dichter Walt Whitman: Seine Werke hatten ihn seit seiner Kindheit begleitet, und Wilde bewunderte den greisen, kranken und armen Künstler sehr.

Wie gewonnen, so zerronnen


Sowohl Knut Hamsun als auch Oscar Wilde wurden erfolgreiche und berühmte Schriftsteller. Hamsun erhielt sogar 1920 den Literaturnobelpreis. Doch ihm wurde seine Nähe zum deutschen Nationalsozialismus zum Verhängnis, die ihn in seiner Heimat so unbeliebt machte, dass seine Bücher sogar verbrannt wurden. In einem Gerichtsprozess sollte nach dem Ende des 2. Weltkriegs seine Sympathie für die deutschen Besatzer untersucht werden. Aufgrund seines mittlerweile hohen Alters verzichtete man zwar auf Hamsuns Inhaftierung, verhängte allerdings gegen ihn eine so hohe Strafzahlung, dass die Familie wirtschaftlich ruiniert war.

Auch Oscar Wilde schaffte es nicht, seinen Ruhm zu nutzen. Er hatte zwar geheiratet und war Vater von zwei Söhnen geworden, lebte aber seine Homosexualität relativ unbefangen aus, obwohl ihm klar war, dass dieses Verhalten zu einer gesellschaftlichen Ächtung führen konnte. Als er eine Liebschaft mit dem Sohn eines schottischen Adligen begann, provozierte der verärgerte Vater eine Beleidigungsklage Wildes, in deren Verlauf der Schriftsteller gezwungen wurde, sein Privatleben offen zu legen. Der soziale und wirtschaftliche Niedergang des einst so beliebten Autors war so rasant wie ein fallender Stein. Auch er starb verarmt.

Ein Roman, dem viel Recherchearbeit vorausgegangen ist


Matthias Engels hat sich weitestgehend an die historischen Fakten gehalten und nur dort Handlungen mit selbst Erdachtem ausgefüllt, wo es dem Fortgang des Romans diente. Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun liest sich durchgehend flüssig und interessant, mir hat sich aber bis zum Schluss nicht erschlossen, warum der Autor gerade diese beiden Schriftsteller einander gegenübergestellt hat. Die beiden Herren sind sich während ihrer Aufenthalte in Amerika offensichtlich nie begegnet und scheinen auch beruflich keinen Kontakt miteinander gehabt zu haben. Engels reichert seinen Roman durch einige Exkurse wie zum Beispiel ein Interview mit Thomas Edison an und vermittelt seinen Lesern so einen tieferen Einblick in die damalige Zeit.
Für alle, die sich nicht nur für Bücher, sondern auch für ihre Verfasser interessieren, ist deises Buch zu empfehlen.


Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun ist bei STORIES & FRIENDS Verlag e. K. erschienen und kostet eins gebundene Ausgabe 19,90 Euro und als Kindle- oder epub-Edition 9,99 Euro.

Samstag, 8. Oktober 2016

August und September - Das gab es in der Bücherkiste

Diesmal zwei Monate im Überblick

 

Es war so nicht geplant, aber Anfang September habe ich es nicht geschafft, den gewohnten Monatsrückblick für den August zusammenzustellen. Deshalb werde ich euch zeigen, über welche Bücher ich in den letzten beiden Monaten geschrieben habe.

Das war der August

 

Was geht in diesem schwedischen Großraumbüro vor? Wird Björn tatsächlich von seinen Kollegen gemobbt oder ist er psychisch so am Ende, dass er sich die Existenz des Zimmers, das außer ihm niemand zu sehen scheint, nur einbildet? Jonas Karlsson lässt seinen Lesern in Das Zimmer hier genug Spielraum, sich selbst ein Urteil zu bilden. 












 
Am 24. Juni 2016 wurde das Buch im Literarischen Quartett vorgestellt (ab 13:15). Mich hat es nicht wirklich überzeugen können, deshalb nur:


(von 5)

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Am 12. August war es wieder Zeit für ein Self-Publishing-Buch: Christiane Kördel hat mit Seezeichen 13 ihre Heimat Konstanz zum Schauplatz eines Krimis gemacht. Ines Fox, die Inhaberin der Webdesign-Firma Foxinet, tritt dabei als unfreiwillige Ermittlerin auf, die auf charmante Weise in so manche Szene hineinstolpert, wobei es auch schon mal gefährlich für sie wird.
Die Autorin erzählt auf ihrer Homepage einiges über sich und ihre erste Buchveröffentlichung. Für die gut gemachte Unterhaltung:


 

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Mit dem Buch Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben von Henrik Lange habe ich einen Titel vorgestellt, der die gängigen Klischees dieses Literaturgenres auf witzige Weise aufs Korn nimmt. Lange ist von Haus aus Cartoonist und kombiniert in seinem "Leitfaden" humorvolle Zeichnungen mit passenden Kommentaren.  
Der Mutterverlag Randomhouse hat eine Leseprobe veröffentlicht.

Ein prima Buch für Leute mit Humor, das sich auch zum Verschenken eignet. Darum:


 


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Am letzten Freitag im August ging es um einen Roman, der quasi aus einem Guss geschrieben ist: Die Hundert Brüder von Donald Antrim hat keine Kapitel und einen Mangel an Absätzen. 99 von 100 Brüdern treffen sich auf dem Landsitz des verstorbenen Vaters, um gemeinsam dessen Urne zu suchen und die Beisetzung zu organisieren. Doch das Treffen in dem maroden Gemäuer versinkt im Chaos. Die Bibliothek wird angesichts der Aneinanderreihung von Katastrophen zu einem Trümmerfeld, und es ist erstaunlich, dass von den Anwesenden niemand ums Leben kommt.

Hier gibt es ein Interview mit dem Autor, das er 2015 dem New York State Writers Institute gegeben hat (engl.).


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Der September

 

Dieser Büchermonat hat mit einem der schönsten Bildbände begonnen, den ich kenne: Die Fotos des Wahl-Mallorquiners Josep Planas I Montanya für das Buch Mallorca clásica lassen das "alte" Mallorca wieder auferstehen: Fotos von menschenleeren Stränden, den allerersten Hotels, die den Pauschaltourismus einläuteten und Palma de Mallorca in den 1960-er Jahren sind eine Zeitreise, die allen Fans der Insel gefallen dürfte.
















 Ein kurzer Film (engl./span.) gibt einen Einblick in das Leben des Fotografen.


Ganz klar, wie viele Daumen es für dieses Buch gibt:



 

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Mit Paula hatte ich bereits vor einiger Zeit ein Buch von Isabel Allende vorgestellt, am 17. September war es Im Bann der Masken. Dieses Jugendbuch ist der letzte Band einer Trilogie und bereits 2004 erschienen. Die Reisejournalistin Kate Cold, ihren Enkel Alex sowie die Brasilianerin Nadia führt ihr Abenteuer in den Dschungel von Äquatorialafrika, wo sie zunächst nur nach zwei verschwundenen Missionaren suchen wollen. Doch die Situation ist viel schlimmer als gedacht. 



Hier gibt es einen Auszug der Hörbuchfassung.



Das Buch gehört meiner Ansicht nach nicht zu den stärksten Titeln von Allende:



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Der amerikanische Autor Bret Easton Ellis veröffentlichte 1994 den Roman Die Informanten in der Originalfassung. Er schildert darin das Leben der jungen Reichen in Los Angeles während der 1980-er Jahre. Gefühlskälte, Abgestumpftheit und Brutalität sind die wesentlichen Eigenschaften dieser Menschen, die für eine Unterbrechung ihrer Langeweile nicht nur ihr eigenes Leben riskieren, sondern auch das ihrer Mitmenschen gleichgültig aufs Spiel setzen.
Der Originaltext von The Informers ist als Audio-Version verfügbar und dauert 464 Minuten.

Etliche Szenen sind so brutal und schonungslos, dass ich über einen Abbruch nachgedacht hatte. Zu mehr kann ich mich deshalb nicht aufraffen:


 

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Hannover - ein deutsches Machtzentrum war das letzte Buch, das ich im September vorgestellt habe. Lutz Hachmeister versucht zu ergründen, inwieweit die Fäden, die das hannöversche Netzwerk ausmachen, auch in die Bundespolitik vordringen und wer sich überhaupt als Teil einer Art "Hannover-Connection" bezeichnen darf. Der Titel soll ein Sachbuch sein, deshalb habe ich ein Mindestmaß an Sachlichkeit erwartet. Leider vergeblich. Dass durch zu viel Detailverliebtheit an den falschen Stellen, einige sachliche Fehler sowie das Fehlen einiger Persönlichkeiten, die die Geschicke der Landeshauptstadt bestimmt haben oder noch bestimmen, einige Abstriche gemacht werden müssen, spielt da fast schon keine Rolle mehr. Wegen der guten Lesbarkeit sind aber

angemessen.


Über die ARD-Mediatek lässt sich der ebenfalls von Hachmeister stammende Film Der Hannover-Komplex für einen begrenzten Zeitraum abrufen.



Das war die Rückschau auf die letzten beiden Monate. Ich wünsche euch viel Spaß damit und hoffe, dass ihr auch im Oktober verfolgt, was hier passiert.