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Dienstag, 3. Juli 2018

Ulrike Busch, Martin Krist und René Jorde im Indie-Katalog von Buchreport!

Ein toller Erfolg für drei Selfpublishing-Autoren

 

Die zweite Ausgabe des Indie-Katalogs in diesem Jahr ist gerade erschienen, und ich freue mich sehr für eine Autorin, deren Bücher mehrfach auf diesem Blog vertreten sind: Ulrike Busch hat mit ihrem Buch Mord auf der Hallig einen verdienten Platz im halbjährlich erscheinenden Katalog, der eher den Charakter einer Branchenzeitschrift hat, bekommen. Als "Ableger" der Fachzeitschrift buchreport wird der Indie-Katalog in einer Auflage von 4.200 Stück an die Buchhandlungen ausgeliefert.


 



Martin Krists spannender Thriller Drecksspiel wird ebenfalls im Indie-Katalog vorgestellt. Sein Buch ist ein echter Page-Turner und kann allen empfohlen werden, die nicht zu zart besaitet sind. Auch von Martin Krist habe ich schon vier Bücher vorgestellt, weil sie mir so gut gefielen.




  




René Jordes Ratgeber Recht für Selbstverleger und Autoren kann allen empfohlen werden, die sich hierzu zählen. Etliche juristische Schnitzer sind mit ein paar Vorkenntnissen vermeidbar und können für Autoren ziemlich teuer werden. 

Ich wünsche allen dreien weiterhin viel Erfolg!











Freitag, 1. Juni 2018

# 151 - Kindesentführung, Morde - Berlin

Vielschichtige Handlung mit zahlreichen Personen

 

Drecksspiel des Autors Martin Krist (Pseudonym des Schriftstellers Marcel Feige) ist der erste Thriller aus der Reihe um den Ex-Polizisten und Privatermittler David Gross. Ab der ersten Seite wird klar: Dieses Buch ist nichts für empfindliche Gemüter.

Ist Berlin der Hort des Schreckens? 

 

Schon der Einstieg in die Handlung ist der pure Horror: Caro wird in einem Verlies gefangengehalten und ihre Peiniger ermorden vor ihren Augen Ilanka, die vorher offensichtlich gefoltert worden ist. Die Mörder wollen eine Information, die Caro ihnen jedoch nicht geben kann. Wer Caro ist, klärt sich im Verlauf des weiteren Geschehens.

Unbekannte entführen Shirin, die Tochter eines schwerreichen Berliner Ehepaares. Dessen Anwalt Richard Graubner bittet David Gross, der von ihm immer wieder Aufträge erhält, alles zu tun, um die Jugendliche zu finden. Aber Shirin ist nicht die Einzige, die verschwindet: Philip und Hannah fahren mit ihrer kleinen Tochter Millie, die noch ein Säugling ist, und ihrem Hund Bootsmann spontan in einen Kurzurlaub. Hannah wundert sich zwar über diese Abwechslung, weil sie weiß, dass ihr Mann mit seinem Graphikstudio "Pixelschubser" kurz vor der Pleite steht und das Geld sehr knapp ist, aber Philip spricht von einem großen Auftrag, mit dem nun alles wieder gut werde. In einem abgelegenen Ferienhäuschen lässt Philip seine Frau allein, um mit dem Hund raus zu gehen. Doch der, der nach einer Weile die Haustür aufschließt und Hannah von hinten mit der Hand sanft über den Nacken streicht, ist nicht ihr Mann. Für Hannah und Millie beginnt eine Zeit des Martyriums. Hannah ist klar, dass der Fremde ihren Tod will. Aber nicht sofort, sondern erst, nachdem er seinen Sadismus an ihr ausgelebt hat.

In einem Bordell wird die Prostituierte Leyla ermordet aufgefunden. Für den Rechtsmediziner ist klar, dass die Frau vor ihrem Tod Drogen erhalten hat, die nur einen Zweck hatten: Sie sollte die Grausamkeiten, die der Killer an ihr verübte, möglichst lange bewusst miterleben. Der Polizist Toni Risse und sein Kollege Frank Theis übernehmen die Ermittlungen. Was Theis und auch sonst niemand nicht weiß und niemals wissen darf: Leyla war Tonis Freundin und der Polizist war die letzte Person, die die Prostituierte lebend gesehen hat - kurz, bevor ihr Mörder sie tötete. Auch sein Lebenswandel sollte lieber sein Geheimnis bleiben. Toni ist klar, dass alle Indizien gegen ihn sprechen würden, wenn auch nur der Hauch eines Verdachts auf ihn fiele.

Viele Personen und Handlungsstränge

 

In Drecksspiel taucht eine ganze Reihe von Personen auf, die in unterschiedlichsten Beziehungen zueinander stehen. Es gelingt jedoch gut, den Überblick zu behalten und den einzelnen Verläufen zu folgen. Obwohl es um viele Vorgänge geht, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, steuert die Handlung auf ein gemeinsames Finale zu. Rätselhaft bleibt allerdings, was es mit der Vergangenheit von David Gross auf sich hat, über die nicht einmal seine Frau bescheid weiß. Es wird nur deutlich, dass David seinen Namen geändert ein neues Leben angefangen hat und keinen Wert darauf legt, gefunden zu werden.

Lesen?

 

Ja! Drecksspiel ist sehr spannend, hat jedoch eine ganze Reihe brutaler Szenen. Der Thriller kann schon deshalb nur schwer aus der Hand gelegt werden, weil es der Autor meisterhaft versteht, nicht nur am Ende des Buches, sondern am Ende jedes Abschnitts Cliffhanger zu produzieren.    

Drecksspiel ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2018 bei epubli herausgegeben worden und kostet als Taschenbuch 10,99 Euro sowie als epub- oder Kindle-Asugabe 3,99 Euro. Das Buch wurde mir von Indie Publishing zur Verfügung gestellt.

Der zweite Teil der Reihe um den Privatdetektiv David Gross ist der Thriller Brandstifter. Außerdem wurde in der Bücherkiste das Buch Böses Kind vorgstellt, in dem Kriminalhauptkommissar Henry Frei die Ermittlungen leitet. Beide stehen Drecksspiel in nichts nach.

Dienstag, 18. Juli 2017

Veröffentlichung Marta Monti bei Indie Publishing

Zum Monatsbeginn hatte ich den Roman Der mit den Glasaugen der schweizerischen Autorin Marta Monti vorgestellt. Wer die Rezension gelesen hat weiß, dass das Buch bei mir nicht besonders gut weggegkommen ist. Das hat Indie Publishing, ein Angebot der Fachzeitschrift buchreport, jedoch nicht gehindert, sie zu veröffentlichen. Die Rezension ist im Indie-Publishing-Katalog bereits online lesbar und erscheint außerdem mit der nächsten gedruckten Ausgabe des Katalogs im Dezember 2017.

Dienstag, 8. November 2016

Die Schriftsteller Hamsun und Wilde - jetzt auch bei Indie Publishing

Schon mehrmals wurden meine Rezensionen von Self Publisher-Titeln bei Indie Publishing, einem Ableger der größten deutschen Buchzeitschrift buchreport, veröffentlicht. Seit heute ist auch die Rezension des Buches "Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun" dort zu finden. Der Titel ist zwar nicht selbst verlegt, aber im unabhängigen Verlag STORIES & FRIENDS erschienen


Die heiklen Passagen

Freitag, 14. Oktober 2016

# 71 - Nobelpreis und Reichtum sind keine Garanten für Erfolg


Zwei große Schriftsteller auf der Suche nach dem Erfolg


Mit seinem Roman Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun spürt Matthias Engels den Leben der beiden weltberühmten Schriftsteller Oscar Wilde und Knut Hamsun nach. Das Buch ist eine Mischung aus Tatsachen und Fiktion und führt seine Leser zurück zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Liegt das Heil in Amerika?


Oscar Wilde und Knut Hamsun haben fast gleichzeitig beschlossen, ihr Glück in Amerika zu suchen und dort mit dem Schreiben erfolgreich zu sein. Aber unterschiedlicher konnte ihr Start nicht sein: Hamsun stammte aus einer bitterarmen norwegischen Familie mit sieben Kindern und war bereits mit 16 Jahren von zu Hause ausgerissen. Mit 23 Jahren schiffte er sich in Bremerhaven für die Überfahrt nach New York ein. Mehrere Jahre zuvor war einer seiner älteren Brüder nach Amerika ausgewandert und hatte nur Gutes über das Land berichtet. Offensichtlich ging es ihm und seiner Familie dort gut, sodass Hamsun vorhatte, sich zuerst an ihn zu wenden. Doch als er ihn tatsächlich aufgespürt hatte, zerplatzten seine Träume wie eine Seifenblase: Sein Bruder lebte in ähnlich ärmlichen Verhältnissen, wie er es in Norwegen getan hatte und war darüber zum Trinker geworden. Knut Hamsun musste sich also auf eigene Faust durchschlagen und nahm einen Hilfsjob nach dem anderen an.

Da hatte es Oscar Wilde wesentlich leichter. Er kam aus einer wohlhabenden Familie, hatte zunächst ein Internat und später Universitäten in Dublin und Oxford besucht und war durch den Umstand, dass seine Eltern neben ihren Brotberufen auch Bücher schrieben, ständig von Künstlern umgeben. Wilde ließ sich in London nieder und startete 1882 - im selben Jahr wie Knut Hamsun - seine Reise nach New York. Zu diesem Zeitpunkt eilte ihm bereits der Ruf voraus, ein erfolgreicher Schriftsteller mit extravagantem Auftreten zu sein. Auch wenn in Amerika schon vor seiner Ankunft bekannt war, dass seine Vortragsreise nicht der Literatur, sondern der englischen Renaissance gewidmet sein würde, füllte er die für die damalige Zeit größten Hallen mit 1.500 Menschen. Die Art seines Vortrags faszinierte auch diejenigen Zuhörer, die von dem Gesagten fast nichts verstanden. Er war ganz anders als die typischen Amerikaner und übte eine hohe Anziehungskraft aus. Doch Wilde hat sich in Amerika nicht wirklich wohl gefühlt: Es war ihm zu laut und hektisch. Es störte ihn, dass sich die Menschen ständig in Eile befanden. Ein wirklicher Lichtblick war für ihn allerdings die Begegnung mit dem Dichter Walt Whitman: Seine Werke hatten ihn seit seiner Kindheit begleitet, und Wilde bewunderte den greisen, kranken und armen Künstler sehr.

Wie gewonnen, so zerronnen


Sowohl Knut Hamsun als auch Oscar Wilde wurden erfolgreiche und berühmte Schriftsteller. Hamsun erhielt sogar 1920 den Literaturnobelpreis. Doch ihm wurde seine Nähe zum deutschen Nationalsozialismus zum Verhängnis, die ihn in seiner Heimat so unbeliebt machte, dass seine Bücher sogar verbrannt wurden. In einem Gerichtsprozess sollte nach dem Ende des 2. Weltkriegs seine Sympathie für die deutschen Besatzer untersucht werden. Aufgrund seines mittlerweile hohen Alters verzichtete man zwar auf Hamsuns Inhaftierung, verhängte allerdings gegen ihn eine so hohe Strafzahlung, dass die Familie wirtschaftlich ruiniert war.

Auch Oscar Wilde schaffte es nicht, seinen Ruhm zu nutzen. Er hatte zwar geheiratet und war Vater von zwei Söhnen geworden, lebte aber seine Homosexualität relativ unbefangen aus, obwohl ihm klar war, dass dieses Verhalten zu einer gesellschaftlichen Ächtung führen konnte. Als er eine Liebschaft mit dem Sohn eines schottischen Adligen begann, provozierte der verärgerte Vater eine Beleidigungsklage Wildes, in deren Verlauf der Schriftsteller gezwungen wurde, sein Privatleben offen zu legen. Der soziale und wirtschaftliche Niedergang des einst so beliebten Autors war so rasant wie ein fallender Stein. Auch er starb verarmt.

Ein Roman, dem viel Recherchearbeit vorausgegangen ist


Matthias Engels hat sich weitestgehend an die historischen Fakten gehalten und nur dort Handlungen mit selbst Erdachtem ausgefüllt, wo es dem Fortgang des Romans diente. Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun liest sich durchgehend flüssig und interessant, mir hat sich aber bis zum Schluss nicht erschlossen, warum der Autor gerade diese beiden Schriftsteller einander gegenübergestellt hat. Die beiden Herren sind sich während ihrer Aufenthalte in Amerika offensichtlich nie begegnet und scheinen auch beruflich keinen Kontakt miteinander gehabt zu haben. Engels reichert seinen Roman durch einige Exkurse wie zum Beispiel ein Interview mit Thomas Edison an und vermittelt seinen Lesern so einen tieferen Einblick in die damalige Zeit.
Für alle, die sich nicht nur für Bücher, sondern auch für ihre Verfasser interessieren, ist deises Buch zu empfehlen.


Die heiklen Passagen der wundersamen Herren Wilde & Hamsun ist bei STORIES & FRIENDS Verlag e. K. erschienen und kostet eins gebundene Ausgabe 19,90 Euro und als Kindle- oder epub-Edition 9,99 Euro.

Freitag, 7. Oktober 2016

# 70 - Hoffnung, Tod und Verzweiflung - das Leben eines Mädchens in der Sowjetunion

Starker Roman mit einem Blick auf die untergehende UdSSR

 

Die Reise geht heute in die untergehende UdSSR. Die Autorin Anna Galkina beschreibt in ihrem Roman Das kalte Licht der fernen Sterne das Leben in einer Kleinstadt in der Nähe von Moskau in den 1980-er Jahren. Sie tut dies mit einer ungewöhnlichen Klarheit, die perfekt zur Atmosphäre ihres Buches passt.

Was ist Heimat?




Anna Galkina beschreibt das Leben des jungen Mädchens Nastja auf eine Weise, die nahelegt, dass sie sich selbst meint. Die Autorin ist vor 20 Jahren aus ihrer Geburtsstadt Moskau nach Deutschland gekommen und lässt ihre Protagonistin in der Ich-Form erzählen. Die ersten Seiten sind der Beschreibung von Nastjas direktem Umfeld gewidmet. Es sind Erinnerungen, denn nach 20 Jahren in der Ferne kehrt sie an den Ort ihrer Kindheit zurück. Vieles erkennt sie wieder: die alte Brotfabrik, den verwitterten Zaun, der das Elternhaus von der Straße abgrenzte, die Eisenbahnlinie. Aber schon bald nach ihrer Ankunft spürt sie, dass sie nicht mehr dazugehört: In der Kirche wird ihr nach einer kurzen Musterung eine Opferkerze für das Zehnfache des üblichen Preises verkauft. 
Doch mit dem Blick zum Altar kehrt die Vergangenheit so deutlich zurück, als sei die junge Frau nie weg gewesen. Sie beschreibt das kleine Städtchen, weiß sogar noch die Preise für einzelne Lebensmittel und sieht das alte brüchige Holzhaus, in dem sie aufgewachsen ist, genau vor sich.



Das Leben in der Sowjetunion




Jeder Jahreszeit ordnet Anna Galkina deren einprägsamste Merkmale zu. Der Winter steht für Kälte und Schnee, für den Schlitten, mit dem gerodelt und alles transportiert wird, für gefrorene Wäsche an der Leine, für ein eiskaltes Haus und einen langsam wachsenden Kotturm im Plumpsklo, der bei Bedarf von der Großmutter mit dem Spaten zerteilt wird.

Der Frühling steht für Musik in der Natur, Tauwasser auf den Straßen und das Anzapfen von Birken zur Gewinnung von Birkensaft. Im Frühling werden die Zäune neu gestrichen und die Straße gefegt, damit alles für die Parade am 1. Mai frisch hergerichtet aussieht.

Der Sommer ist nicht nur Hitze und Staub, sondern eine noch unangenehmere Situation auf dem Plumpsklo. Mit „Das Klohäuschen lebt“ hat die Autorin die Lage auf dem stillen Örtchen treffend zusammengefasst. Doch der Sommer steht auch für so starke Regenfälle, dass das Regenwasser durch das Dach rinnt und in unzähligen Schüsseln aufgefangen werden muss.

Am 1. September beginnt die Schule wieder und läutet den Herbst ein. Dauerregen weicht die Straßen auf und macht sie zu kleinen Seen.



Anna Galkina beschreibt diese Umgebung sachlich und völlig emotionslos. In dieser Darstellung wird weder etwas beschönigt noch kritisiert.



Träume, Hoffnungen und Enttäuschungen




Nastja wächst in einer Umgebung auf, die aus unserer Sicht brutal und unbarmherzig ist. Im Alter von fünf Jahren kommt sie in den Kindergarten. Doch dort geht es eher weniger liebevoll zu, und die unbeschwerte Kindheit ist mit dem ersten Tag in dieser Einrichtung zu Ende. Der Musikunterricht besteht aus dem Absingen von kommunistischen Liedern, in denen der Partei für praktisch alles gedankt wird, was das Leben ausmacht. Inklusive des Sonnenscheins. Wenn ein Kind den Mittagsschlaf stört, dann wird ihm die Unterhose ausgezogen, sodass es spätestens am Ende der Mittagsstunde zum Gespött der übrigen Kinder wird. Doch das überzeugende Argument für Nastja Mutter, ihre Tochter in den Kindergarten zu geben, ist die Verpflegung: Zu Hause hat das Geld oft nicht für Lebensmittel gereicht. Da spielen andere Dinge, wie beispielsweise das von der Erzieherin unterstützte Ritual des Zusammenschlagens eines Kindes durch die anderen Kinder, wenn dieses Kind Schwierigkeiten macht, nur eine kleine Rolle.

Die Schule folgt denselben pädagogischen Prinzipien wie der Kindergarten: Drohungen, Häme und Gewalt durch die Lehrerinnen sind an der Tagesordnung. Doch dann durchbricht plötzlich ein Gerücht die Eintönigkeit: Thomas Anders, die eine Hälfte des Duos „Modern Talking“, kommt für seine Show nach Moskau. Schon bald stellt sich heraus, dass praktisch alle Karten an die Nachkommen der Kriegsveteranen vergeben worden sind. Nur durch die Bestechung eines Soldaten schaffen es Nastja und ihre Freundinnen, das Konzert mitzuerleben.



Nastja Leben nimmt mehrere Wendungen. Ihre Mutter lernt über eine Partnervermittlung ihren späteren Mann Robert aus Riga kennen, und Nastja verliebt sich in einen russischen Soldaten. Doch beide Beziehungen verlaufen problematisch, sodass sich sowohl Mutter als auch Tochter entscheiden müssen, wo und wie sie ihr Leben fortführen.



Ein unspektakulärer Umbruch




Anna Galkina hat mit Das kalte Licht der fernen Sterne einen Roman vorgelegt, der seine Leser trotz seiner Nüchternheit in seinen Bann zieht. Auch die ekelhaftesten und brutalsten Szenen werden niemals wertend beschrieben. Da werden Menschen geschlagen, gefoltert und sogar auf eine besonders üble Weise ermordet; da werden junge Mädchen auf der Suche nach der Unterbrechung der Trostlosigkeit zu Prostituierten; da wird über Vergewaltigungen geschrieben, als seien sie eine Zwangsläufigkeit im Leben von jungen Frauen. Aber es ist ein bisschen wie der heimliche Blick durch ein Schlüsselloch: Man möchte eigentlich gar nicht mehr länger hinsehen, bringt es aber nicht über sich, den Kopf wegzudrehen. Zu groß ist die Faszination, und zu groß ist auch die Neugier, wie es den einzelnen Figuren weiter ergeht.



Das kalte Licht der fernen Sterne lässt seine Leser in die Sowjetunion vor 30 Jahren eintauchen und ermöglicht einen Eindruck davon, wie ganz einfache Bürger diese Zeit erlebt haben. Durch ihre schnörkellose Sprache schafft Anna Galkina eine authentische Atmosphäre, die ihre Leser bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.

Das kalte Licht der fernen Sterne wurde mir von Indie-Publishing zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke. Es ist in der Frankfurter Verlagsanstalt GmbH erschienen und kostet als gebundenes Buch 19,90 Euro sowie als epub- oder Kindle-Edition 14,99 Euro.

Sonntag, 3. Juli 2016

Was gab es im Juni?

Self-Publisher haben mich am meisten beschäftigt

 

Der Monat begann mit einem SP-Titel: In Invocabit von Pierre Maurice erhält ein wandernder Augustinermönch in Deutschland 1250 Post von seinem Vater aus dem schweizerischen Wallis, die ihn dazu bringt, so schnell wie möglich den Heimweg anzutreten. Er wird vom Pech verfolgt, hat aber auch immer wieder Glück im Unglück: Als in den Alpen schon im Oktober der Winter heftig einbricht, wird er von einem greisen Paar aufgenommen und versorgt. Später gerät er in die Fänge einer Wirtin und Bordellmutter, deren behinderte Tochter als Prostituierte arbeitet und ihn für Zwecke benutzt, die seinem Ordensgelübde zuwiderlaufen. Er wird dort zudem Zeuge des illegalen Treibens eines hohen Geistlichen und gerät ins Visier der Inquisition.  
Die Idee war gut, die Umsetzung hätte gern mit weniger Psalmen auskommen dürfen, die in voller Länge sowohl in lateinischer als auch deutscher Sprache angeführt werden. Das machte das Lesen an manchen Stellen etwas zäh. Nach meiner Einschätzung reicht es aber für

  + 1/2 (von 5)


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Mit Die neuen zehn Gebote von Andreas Lehmann ging es dann weiter, allerdings weniger religiös, als der Titel erahnen lässt. Der Autor macht sich Gedanken darüber, wo wir Halt und Beistand finden, wenn uns der wahre Glaube abhanden gekommen ist. Er schreibt über die Ersatzgötter unserer Zeit, indem er sich jedes der zehn Gebote vornimmt und ihre Botschaft dem modernen Leben anpasst. Leider bleibt Lehmann nicht konsequent beim Thema, sondern opfert die Ernsthaftigkeit des Anliegens dem einen oder anderen Lacher, was das Niveau des Buches sehr verflacht.

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Am 17. Juni ging es mit Die Frau, die allen davonrannte von Carrie Snyder weiter: Die jetzt 104-jährige Aganetha Smart gewann als 20-Jährige 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam die Goldmedaille für Kanada im 800-Meter-Lauf der Damen - einer Disziplin, die damals erstmals auch für Frauen erlaubt war und bereits unmittelbar danach bis 1960 wieder verboten wurde. Zum Schutz der Frauen, versteht sich. Aganetha wird nun von zwei jungen, ihr unbekannten Leuten aus dem Altenheim geholt und unternimmt unversehens eine Reise in ihre Vergangenheit. Im Rückblick tut sich eine Familiengeschichte auf, die reich an Geschwistern, Konflikten, Konventionen und Geheimnissen ist. Ein sehr gut geschriebenes Buch, das insbesondere die 1920-er und 1930-er Jahre wieder auferstehen lässt.





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Der letzte Freitag im Juni bot all denen etwas, die Bücher fürs Herz als auch zum Lachen mögen: Jürgen Koller hat in seinem Buch 30 Dates in 30 Tagen geschildert, wie er im Laufe des Novembers 2013 versucht hat, mit einem Dating-Marathon die Frau fürs Leben zu finden. Es gab einige Anlässe zur Selbstreflexion, irritierende Momente sowohl für ihn als auch für die eine oder andere Frau und viele schöne Erlebnisse. Fairerweise wurden auch die jeweiligen Frauen nach ihrer Meinung befragt. Koller hat ein sehr unterhaltsames SP-Buch veröffentlicht, das sich bestens für einige entspannte Lesestunden eignet.




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Wie vielleicht manche von euch gelesen haben, wurden im Juni einige meiner Rezensionen von SP-Titeln in den Katalog von Indie-Publishing aufgenommen, und zwar Invocabit, Till Türmer und die Angst vor dem Tod sowie 30 Dates in 30 Tagen. Damit wird auch dazu beigetragen, gute SP-Bücher bekannter zu machen und es vielleicht irgendwann zu schaffen, dass diese Titel ihr schlechtes Image loswerden.


Ich freue mich, wenn ihr auch im Juli wieder hier vorbeischaut!




Montag, 13. Juni 2016

Rezension zu Till Türmer ebenfalls bei buchreport

Roman von Andreas Klaene im Katalog

 

Heute wurde ich darüber informiert, dass eine weitere meiner Rezensionen eines Indie-Buches den Weg in den Katalog von Indie-Publishing, einem "Ableger" der Fachzeitschrift für den deutschen Buchhandel buchreport, geschafft hat: Am 27. Mai 2016 hatte ich euch Till Türmer und die Angst vor dem Tod vorgestellt. Da die Rezension nun im gedruckten Katalog erscheinen wird und bereits online gelesen werden kann, dürfte das die Bekanntheit dieses Buches weiter erhöhen. Ich wünsche Andreas Klaene weiterhin viel Erfolg!

Den im Katalog veröffentlichten Rezensionstext findet ihr hier: Indie-Publishing 

Mittwoch, 8. Juni 2016

Weitere Rezension bei Buchreport

Letzte Woche erst rezensiert - heute schon im Katalog von buchreport

 

Nach meiner Rezension des Buchs Es regnet Geld für ein Weltkonto - Die Tausendstel-Frage von Joachim Ackva hat es eine weitere Rezension aus meiner Bücherkiste in den Indie-Publishing-Katalog von buchreport, der Fachzeitschrift für den deutschen Buchhandel, geschafft:
Letzten Freitag habe ich hier Invocabit: Anrufung des Autors Pierre Maurice vorgestellt. Meine Rezension ist nun in einer leicht gekürzten Fassung auch dort erschienen und wird im nächsten gedruckten Katalog sein.